Die Berichtssaison wirft ihre Schatten voraus, und die Erwartungen sind in den vergangenen Wochen gestiegen. Selektives Vorgehen sei daher angesagt, heißt es bei der britischen Investmentbank Barclays mit Blick auf die europäischen und asiatischen Chipunternehmen. Bei Infineon überwiegt in diesem Umfeld der Optimismus.
Barclays-Analyst Simon Coles hat das Kursziel für die Infineon-Aktie von 63 auf 90 Euro angehoben und die Einstufung auf „Overweight“ belassen. Coles blickt recht zuversichtlich auf die Berichtssaison, auch wenn Anleger zunehmend darauf achten, inwieweit sich Investitionen in KI auch tatsächlich auszahlen und wie stark einzelne Werte bereits gelaufen sind. Besonders positiv sieht Coles vor allem Taiwan Semiconductor, SK Hynix, ASML und ASM International. Von Infineon erhofft sich der Branchenkenner Signale, inwieweit die neue Produktionsstätte in Dresden die Engpässe bei Leistungshalbleitern beseitigen kann.
AKTIONÄR-Leser wissen: Schon morgen ist es so weit. Am 2. Juli wird die neue Chipfabrik von Infineon in Dresden offiziell eröffnet. Um die steigende Nachfrage bedienen zu können, will der heimische Chipriese seine Produktionskapazität mit der Smart Power Fab an diesem Standort verdoppeln.
Infineon entwickelt Leistungshalbleiter und komplette Stromversorgungskonzepte, die speziell auf die extremen Anforderungen moderner KI-Server ausgelegt sind. Doch damit nicht genug: Humanoide Roboter könnten das nächste Wachstumsfeld werden. Infineon setzt hier bereits zahlreiche vorhandene Produkte wie Sensoren, Kommunikationschips und Leistungshalbleiter für die Stromversorgung ein, die sich dem Vernehmen nach ohne aufwendige Modifikationen auch in humanoiden Robotern verwenden lassen. Auch in den übrigen Endmärkten, etwa im Automotive-Bereich, dürfte sich in den kommenden Quartalen eine schrittweise Erholung einstellen.
Das Fazit bleibt unverändert: Infineon agiert am Puls der Zeit. Die neue Smart Power Fab passt gut ins Bild. Die Aussichten sind vielversprechend. Die DAX-Aktie bleibt eine attraktive Möglichkeit, mittel- und langfristig von der Erholung des Halbleitermarkts und dem anhaltenden KI-Boom zu profitieren. Dafür muss der Konzern die viel zitierten PS allerdings weiter auf die Straße bringen und Erlöse sowie Margen nachhaltig steigern. Frische Zahlen zur operativen Entwicklung gibt es offiziell am 5. August. Anleger mit Weitblick bleiben vorerst investiert.
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