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Commerzbank: Jetzt ist die Katze aus dem Sack

Commerzbank: Jetzt ist die Katze aus dem Sack
Foto: Julia Schwager/Commerzbank; Yuri/iStockPhoto
Commerzbank AG -%
Michael Herrmann Heute, 10:27 Michael Herrmann

Gesagt, getan: Die UniCredit hat nach dem Ende der verlängerten Angebotsfrist heute Morgen die Karten auf den Tisch gelegt. Die Italiener kommen bei der Commerzbank inzwischen auf einen direkten Anteil von gut 44 Prozent. Inklusive weiterer Instrumente rückt die Schwelle zur faktischen Kontrolle bereits sehr nahe.

Das Wichtigste kurz und knapp

• UniCredit hält direkt nun gut 44 Prozent an der Commerzbank.

• Inklusive Kaufoptionen kommt die Bank auf mehr als 47 Prozent.

• Insider rechnen nun mit neuen Gesprächen zwischen beiden Instituten.

Die UniCredit kommt einer Mehrheit bei der Commerzbank immer näher. Das Übernahmeangebot der Italiener wurde bis zum Ablauf der verlängerten Frist am 3. Juli für 17,6 Prozent der Commerzbank-Aktien angenommen, teilte die Mailänder Großbank mit.

Zusammen mit den 26,77 Prozent, die die UniCredit bereits vor der Offerte hielt, ist der direkte Anteil an Deutschlands zweitgrößtem privaten Geldhaus damit auf gut 44 Prozent gestiegen. Hinzu sollen Kaufoptionen auf mehr als drei Prozent der Commerzbank-Aktien kommen. Nach eigenen Angaben kommt die UniCredit damit auf insgesamt mehr als 47 Prozent.

Das Ergebnis übertreffe die eigenen Erwartungen deutlich, erklärte die Bank. Der Anteil von 47,59 Prozent entspreche sogar 49,65 Prozent der Stimmrechte der Commerzbank, da die eigenen Aktien des Frankfurter Instituts nicht stimmberechtigt seien. Sobald die Commerzbank diese eigenen Aktien zurückkaufe, würde auch der Stimmrechtsanteil entsprechend steigen.

UniCredit erklärte zugleich, weiter konstruktiv mit allen relevanten Stakeholdern zusammenarbeiten zu wollen. Parallel sollen die nötigen regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Prozesse vorangetrieben werden.

Mit dem deutlich aufgestockten Anteil ist eine Übernahme wahrscheinlicher geworden. UniCredit kann nun an der Börse weitere Commerzbank-Aktien kaufen, steht dabei allerdings unter Beobachtung der Finanzaufsicht.

Für die Commerzbank wird die Lage damit schwieriger. Die UniCredit hatte zuletzt bereits mit einer Absetzung des Commerzbank-Managements auf der nächsten Hauptversammlung im Frühjahr 2027 gedroht, sollte die Bank genügend Aktionäre hinter sich bringen.

Bis zu einer tatsächlichen Übernahme ist es dennoch ein weiter Weg. Dafür müssten nicht nur weitere Commerzbank-Aktionäre ihre Anteile verkaufen. Auch die Aufsichtsbehörden müssen zustimmen, allen voran die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank sowie die Wettbewerbshüter der EU-Kommission.

Derweil wächst offenbar auch intern der Druck auf die Commerzbank-Spitze. Hochrangige Commerzbank-Verantwortliche und deren Umfeld rechnen laut einem Bericht der WirtschaftsWoche damit, dass beide Institute zeitnah wieder Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss aufnehmen. Das würden mehrere anonyme Insider mit Zugang zu höchsten Kreisen des Geldhauses berichten.

Bei einigen Insidern habe sich demnach die Erkenntnis durchgesetzt, dass neue Gespräche mit UniCredit unausweichlich seien. Ein Konzern könne sich in einer solchen Lage nicht verweigern, wenn ein Aktionär einen derart hohen Anteil halte.

Anders ausgedrückt: Erste Insider kommen offenbar zu der Überzeugung, dass die Commerzbank die Übernahmeschlacht gegen die UniCredit kaum noch gewinnen kann und deshalb verhandeln muss. Das Management der Commerzbank lehnt hingegen eine Übernahme bislang allerdings ebenso ab wie Arbeitnehmervertreter und die Bundesregierung.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Die UniCredit hat im Übernahmepoker einen großen Schritt gemacht. Mit mehr als 47 Prozent Zugriff auf die Commerzbank-Aktien rückt die faktische Kontrolle näher. Für Anleger bleibt der Fall damit hochspannend. Investierte Anleger setzen weiter auf eine mögliche Erhöhung des Angebots und geben kein Stück aus der Hand.

FAQs zur Commerzbank

Was macht die Commerzbank?

Die Commerzbank ist eine der führenden Banken in Deutschland. Sie betreut Privatkunden, Firmenkunden und institutionelle Investoren. Nach der Deutschen Bank ist die Commerzbank die zweitgrößte börsengelistete Bank Deutschlands.

Ist die Commerzbank-Aktie im DAX gelistet?

Ja, die Commerzbank-Aktie ist im DAX gelistet und zählt damit zu den wichtigsten börsennotierten Unternehmen in Deutschland.

Zahlt die Commerzbank eine Dividende?

Ja, die Commerzbank zahlt grundsätzlich eine Dividende. Die Höhe hängt von der Geschäftsentwicklung, der Kapitalausstattung und den Beschlüssen von Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung ab. In den vergangenen Jahren wurde sie mehrfach kräftig erhöht. Für das Geschäftsjahr 2025 wurden 1,10 Euro je Aktie gezahlt.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.

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