Munich Re hat die Spitzenposition zurückerobert. Nach neuesten Daten der Ratingagentur AM Best haben die Münchner den Konkurrenten Swiss Re bei den Brutto-Rückversicherungserlösen wieder überholt. Damit ist der DAX-Konzern wieder die weltweite Nummer 1 der Branche. Gilt das auch für die Aktie der Münchner?
Nach Daten der Ratingagentur AM Best war der DAX-Konzern 2025 – gemessen an den Brutto-Rückversicherungserlösen der nach IFRS 17 bilanzierenden Anbieter – wieder der größte Rückversicherer der Welt.
Munich Re erzielte im Rückversicherungsgeschäft 2025 Bruttoerlöse von 35,4 Milliarden Dollar und zog damit knapp an Swiss Re vorbei. Der Schweizer Rivale kam auf 34,6 Milliarden Dollar. Im Vorjahr hatte Swiss Re noch die Nase vorn gehabt (DER AKTIONÄR berichtete). Hannover Rück folgt mit 31,513 Milliarden US-Dollar auf Rang drei, vor SCOR und China Re.
Dabei war das Umfeld keineswegs einfach: Die Preise in der Schaden-Katastrophenrückversicherung begannen sich abzuschwächen. Dennoch blieben die Bedingungen laut AM Best 2025 günstig, die Zeichnungsergebnisse der Branche stark.
Munich Re konnte die Führung trotz eines währungsbereinigten Rückgangs der Erlöse um 3,7 Prozent zurückholen. Das Wachstum im Leben-Geschäft wurde allerdings durch ein geringeres Volumen im Schaden- und Unfallbereich überkompensiert.
Der Vorsprung ist eng – und der Wechselkurs spielte eine wichtige Rolle. Der stärkere Euro erhöhte die in Dollar ausgewiesenen Erlöse von Munich Re. AM Best weist darauf hin: Bei Anwendung des Wechselkurses aus dem Vorjahr hätte Swiss Re die Spitzenposition behauptet.
Das schmälert die operative Stärke von Munich Re nicht, ordnet das Ranking aber richtig ein. Der Konzern gehört weiterhin zur absoluten Weltspitze und behauptet sich in einem zunehmend selektiveren Markt.
Insgesamt erwartet AM Best nach den außergewöhnlich starken Jahren 2023 bis 2025 zwar eine Normalisierung der Zeichnungsergebnisse. Der aktuelle Preiszyklus dürfte aber zunächst intakt bleiben. Für Munich Re bleibt das Umfeld damit solide.
Die Rückkehr an die Spitze ist kein unmittelbarer Kurstreiber, aber ein weiterer Beleg für die Stärke der Münchner. Innerhalb der Branche ist die Aktie erste Wahl. Die Preisverhandlungen mit den Erstversicherern bleiben zwar schwierig. An den starken mittel- bis langfristigen Aussichten ändert das aber nichts. Hinzu kommt eine attraktive Dividendenrendite von aktuell rund fünf Prozent. Auch das Chartbild hellt sich wieder auf. Investierte Anleger halten daher an der Aktie fest. Bestätigt sich die charttechnische Aufhellung, können auch Neueinsteiger wieder zugreifen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Munich Re.
Heute, 08:49
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