Die Aktie von Mercadolibre, gern als die "Amazon Südamerikas" bezeichnet, gerät am Freitag kräftig unter Druck. Gemischte Zahlen zum ersten Quartal sorgen für einen prozentual zweistelligen Kurseinbruch.
Zwar berichtete das Unternehmen erneut über ein dynamisches Umsatzwachstum von 49 Prozent auf 8,85 Milliarden Dollar, was über der Analystenerwartung in Höhe von 8,29 Milliarden Dollar lag. Mercadolibre berichtete aber auch über höhere Kosten, die die Marge schmälern.
Das EBITDA ging im Berichtszeitraum von 935 Millionen Dollar auf 857 Millionen Dollar zurück. Der Nettogewinn knickte im ersten Quartal von 494 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum auf 417 Millionen Dollar ein. Das entspricht wiederum einen Rückgang beim Ergebnis je Aktie von 9,74 Dollar auf 8,23 Dollar. Analysten hatten zwar einen Gewinnrückgang erwartet, aber weniger stark (Schätzung: 9,37 Dollar).
Die Bank of America (BofA) rät zwar weiter zum Kauf der Aktie, schraubte allerdings den Zielkurs deutlich um 600 Dollar auf nun 2.400 Dollar zurück. Analyst Robert Ford Agullar geht davon aus, dass aggressive Reinvestitionen den kurzfristigen Gewinn belasten werden, während aber das langfristige Wachstums- und Monetarisierungspotenzial unberührt bleibe. Agullar erhöhte hingegen seine Umsatzschätzung für 2026 bis 2028 zwischen acht und zehn Prozent.
Charttechnisch trübt sich das Bild hingegen mit dem heutigen Kursrutsch wieder deutlich ein. Im Tief notierte der E-Commerce-Titel bei gut 1.625 Dollar und damit unweit des 52-Wochen-Tiefs bei 1.593,21 Dollar entfernt. Ein nachhaltiges Unterschreiten dieser Marke könnte weiteres Downside-Potenzial freisetzen.
Mercadolibre bietet zweifelsohne eine spannende Wachstumsstory in Südamerika, die allerdings vom Markt derzeit links liegen gelassen wird. Anleger warten positive Impulse vonseiten der Charttechnik ab.
Heute, 20:40