Die Aktie von Rheinmetall ist am Donnerstag mit einem Minus von fast sieben Prozent als der schwächste Wert des Tages im DAX aus dem Handel gegangen. Und auch der Start in den Freitag sieht schwach aus. Für neuen Druck sorgt hier eine Abstufung durch die US-Großbank JPMorgan.
Diese tritt bei Rheinmetall nun überraschend auf die Bremse, nachdem sie vor wenigen Tagen noch die Kaufempfehlung bestätigt hatte. Analyst David Perry hat sein Kursziel für den Rüstungskonzern deutlich von 2.130 auf 1.500 Euro reduziert und die Einstufung nun von „Overweight“ auf „Neutral“ gesenkt.
Grundsätzlich bleibt Perry zwar vom langfristigen Potenzial überzeugt. Die geplanten massiven Investitionen Deutschlands in die Verteidigung dürften Rheinmetall aus seiner Sicht über Jahre hinweg kräftiges Wachstum bescheren. Kurzfristig sieht der Experte jedoch mehrere Belastungsfaktoren, die den Aktienkurs ausbremsen könnten.
Vor allem die operative Entwicklung bereitet ihm Sorgen. Nach Einschätzung des Analysten gelingt es dem Unternehmen derzeit nicht durchgehend, die hochgesteckten Erwartungen des Marktes zu erfüllen. In vier der vergangenen sechs Monate seien die Prognosen verfehlt worden. Deshalb rechnet Perry eher mit rückläufigen als mit steigenden Gewinnerwartungen und senkte seine eigenen Schätzungen bis 2030 um bis zu fünf Prozent.
Hinzu kommt eine zunehmende Skepsis einiger Investoren gegenüber einzelnen Bereichen des Produktportfolios. Zwar hält Perry diese Zweifel selbst nicht für gerechtfertigt, dennoch könnten sie eine weitere Aufwertung der Aktie vorerst verhindern.
Das US-Analysehaus Bernstein Research bleibt hingegen bei seiner optimistischen Einschätzung und vergibt weiterhin das Votum „Outperform“. Das Kursziel von Bernstein liegt bei 2.050 Euro.
Derzeit fehlen die positiven Impulse bei der Aktie von Rheinmetall. Im frühen Handel steht das Papier unter Druck. Zeitweise notierte die Aktie unter 1.300 Euro. Volle Auftragsbücher und die hohe Auslastung stimmen aber langfristig dennoch optimistisch. Hier ist vorerst Geduld gefragt. Wer breit gestreut in der Rüstungsbranche investieren will, kann auf den European Defence Index setzen, in dem 20 Top-Werte aus Europa vertreten sind. Mehr Informationen zum Index finden Sie hier.
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Heute, 07:59