Am Montag hat der Rüstungskonzern Rheinmetall nach Börsenschluss überraschend Zahlen vorgelegt. Im ersten Quartal wurden die Erwartungen beim Umsatz dabei deutlich verfehlt. Die Reaktion an der Börse fällt aber nur leicht negativ aus, da der Blue Chip die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt hat.
Rheinmetall im ersten Quartal nach vorläufigen Zahlen den Umsatz um lediglich 7,7 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro gesteigert, teilte der Konzern mit. Die Markterwartungen von 2,3 Milliarden Euro sind damit klar verfehlt worden. Bei der operativen Marge, die der Konzern um 1,1 Prozentpunkte auf 11,6 Prozent gesteigert hat, lag Rheinmetall dagegen im Rahmen der Erwartungen. Das operative Ergebnis lag damit bei 224 Millionen Euro – ein Plus von 17,2 Prozent zum Vorjahr.
Rheinmetall spricht in der Mitteilung davon, dass es 2025 starke Vorzieheffekte aus dem zweiten Quartal gegeben habe. In diesem Jahr soll das Q2 deshalb entsprechend stärker werden, da es stärkere Waffen- und Munitionsauslieferungen durch die vollumfängliche Aufnahme der Produktion am Standort Murcia in Spanien geben soll. Auch für die Bundeswehr sollen bereits vorproduzierte Lkw geliefert werden.
Die Prognose für das Gesamtjahr 2026 hat der Konzern bestätigt. Erwartet werden ein Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent und einer operative Marge von rund 19 Prozent.
Stark hat sich auch weiterhin die Auftragslage entwickelt. Der Backlog beläuft sich mittlerweile auf 73 Milliarden Euro – 31 Prozent mehr als im Vorjahr.
Die moderate Reaktion der Aktie – im Vergleich zum Xetra-Schluss verliert diese auf Tradegate derzeit nur knapp zwei Prozent – zeigt, dass die Anleger darauf vertrauen, dass sich die Entwicklung im Q2 wirklich normalisiert. Angesichts der vollen Auftragsbücher und der hohen Auslastung deutet viel darauf hin. Dennoch dürfte sich das ohnehin angeschlagene Chartbild so kurzfristig nicht erholen. Es braucht neue Impulse bei Rheinmetall.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Rheinmetall.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Aktien der Rheinmetall befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Heute, 21:14