16.08.2018 DER AKTIONÄR

Wirecard legt nach - neue Rekorde im Visier

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Wirecard
Trendthema

Für den DAX-Aufstiegsaspiranten Wirecard läuft's rund. Der Zahlungsdienstleister erwartet für dieses Jahr noch mehr Gewinn als ohnehin angepeilt. Nach der Prognoseerhöhung geht der Wirecard-Kurs steil nach oben.

Der Spezialist für den elektronischen Zahlungsverkehr profitiert weiter vom Online-Shopping-Boom. Nach einem starken zweiten Quartal - der Konzerngewinn stieg um 47 Prozent auf 82,4 Millionen Euro - erwartet das Management für 2018 nun beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) einen Wert zwischen 530 und 560 Millionen Euro.

Mehr Zahlungen abgewickelt

Im ersten Halbjahr konnte Wirecard die abgewickelten Zahlungen auf der eigenen Plattform um fast die Hälfte auf 56,2 Milliarden Euro steigern - daran verdient Wirecard über einbehaltene Gebühren mit. Auch mittelfristig solle das Geschäft kräftig wachsen. "Wir verzeichnen ein starkes organisches Wachstum, nicht zuletzt aufgrund des sich beschleunigenden weltweiten Trends zur Digitalisierung von Zahlungsprozessen", sagte Vorstands-Chef Markus Braun. "Die Digitalisierung steht in vielen Branchen erst ganz am Anfang."

Im Jahr 2020 erwartet der Konzern nun mehr als 215 Milliarden Euro an Zahlungen statt wie bisher 210 Milliarden. Der Umsatz soll dann auf mehr als drei Milliarden Euro klettern, nach bisher eingeplanten 2,8 Milliarden. Vergangenes Jahr waren es 1,5 Milliarden.

Aktie im Höhenflug

Die Wirecard-Aktie reagierte prompt: Im Xetra-Handel steigt der TecDAX-Wert um gut sechs Prozent. Die alten Rekordhöhen bei gut 172 Euro sind in Reichweite. Darüberhinaus ist der Weg aufwärts frei. DER AKTIONÄR hat als Kursziel die Marke von 180 Euro ausgegeben. Da sich der Wirecard-Kurs aber mittlerweile recht weit von seiner 200-Tage-Linie entfernt hat, wird die Luft technisch gesehen allmählich dünner.

Das Fintech-Unternehmen ist an der Börse derzeit gut 21 Milliarden Euro wert und hat damit kürzlich die Marktkapitalisierung der Deutschen Bank überflügelt. Das größte deutsche Geldhaus kommt derzeit auf 20,4 Milliarden Euro. Viele Experten rechnen damit, dass Wirecard im September in den Leitindex Dax aufgenommen wird und dort voraussichtlich die Commerzbank verdrängen wird.