Erneute Pleite für Vonovia. Der Deutsche Mieterbund hat vor Gericht eine Änderung der Stromklausel in den deutschen Mietverträgen das Wohnungskonzerns erstritten. Vonovia verknüpfte darin das Angebot eines Stromliefervertrags mit dem Mietvertrag.
- An der grundsätzlichen Einschätzung ändert das Urteil daher wenig.
- Die Auswirkungen auf das operative Geschäft dürften absolut überschaubar sein.
- Dennoch bleibt das Umfeld für Vonovia schwierig.
Das Oberlandesgericht Hamm entschied, dass die entsprechende Klausel in den Mietverträgen des größten privaten Vermieters Deutschlands unzulässig ist. Mieter erhielten zusammen mit dem Mietvertrag auch ein Angebot zum Abschluss eines Stromliefervertrags mit der Vonovia Energie Service.
Der Deutsche Mieterbund kritisierte insbesondere die Verknüpfung der beiden Angebote. Für die Mieter sei „nicht eindeutig erkennbar, ob bereits die Unterschrift unter den Mietvertrag oder erst das zusätzliche Ankreuzen eines entsprechenden Kästchens zur Anbahnung des Stromliefervertrags führt“. Außerdem könne auf die Mieter Druck ausgeübt werden, Vonovia-Strom zu beziehen, „um den Abschluss des Mietvertrags nicht zu gefährden“.
Das Anerkenntnisurteil aus Hamm erklärt die betreffende Klausel für unwirksam. In der Praxis dürften die Folgen jedoch begrenzt bleiben. Vonovia hatte die gerichtlich beanstandeten Kombiverträge bereits im Vorfeld des Urteils bundesweit durch separate Strombezugsverträge ersetzt.
Vonovia versucht bereits seit Längerem, das margenarme Vermietungsgeschäft mit erschwinglichen Bestandswohnungen durch Erträge aus Zusatzdienstleistungen zu ergänzen. Dazu zählt unter anderem die Energieversorgung. Der Ausbau dieser sogenannten Value-add-Services hat neben dem Schuldenabbau Priorität in der aktuellen Geschäftsstrategie – erhält nun aber einen kleinen Dämpfer.
An der grundsätzlichen Einschätzung ändert das Urteil daher wenig. Die Auswirkungen auf das operative Geschäft dürften absolut überschaubar sein. Dennoch bleibt das Umfeld für Vonovia schwierig. Neben der hohen Verschuldung belasten die gestiegenen Zinsen und die schwache charttechnische Lage die Aktie. DER AKTIONÄR bleibt deshalb skeptisch, auch wenn die Aktie eine satte Dividendenrendite von 6,9 Prozent bietet.
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Heute, 14:17
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