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08.10.2020 Carsten Kaletta

TUI: Kreuzfahrtverband prescht vor

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TUI

Die Umsatzbilanzen von Reisebüros und Veranstaltern wie TUI verschlechtern sich in der Corona-Krise zusehends. So reißen Reisewarnungen und Buchungszurückhaltung der Kunden immer tiefere Löcher. Das belegen auch aktuelle Zahlen von Travel Data + Analytics (TDA). Immerhin: Beim Thema „Kreuzfahrten“ trifft die Branche die richtigen Entscheidungen für Schiffsreisen mit Corona.

Nach einer Auswertung des Marktforschungsinstituts TDA sind die Umsätze zum Buchungsstand Ende August 2020 für die diesjährige Sommersaison zusammengerechnet um 74 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingebrochen. Ende Juli lag das Minus bei 70 Prozent. Die Wintersaison 2020/21 verzeichnete einen Rückgang um 59 Prozent.


Neben der Zurückhaltung verunsicherter Kunden belasten Stornierungen gebuchter Reise wegen Reisewarnungen die Branche. Eine Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine abschreckende Wirkung haben.

Eine eher ermutigende beziehungsweise buchungsfördernde Wirkung soll die Entscheidung des Kreuzfahhrtverbandes haben, dass nun für alle Gäste und Crewmitglieder an Bord der Schiffe generell eine Covid-19-Testpflicht gilt. "Nur mit einem negativen Testergebnis wird der Zugang zum Schiff gewährt", teilte die Cruise Lines International Association (Clia), der größte Verband der Kreuzfahrtindustrie, am Donnerstag in Hamburg mit. An diese globale Testpflicht sollen sich alle Clia-Mitgliedsreedereien ab sofort halten. Den Angaben zufolge repräsentieren sie 95 Prozent der Kreuzfahrtkapazitäten weltweit.


Die derzeit geltenden Reisewarnungen für beliebte Sonnenziele, zum Beispiel für die Kanaren oder Ägypten, belasten das Wintergeschäft. Die Vorausbuchungen für die winterlichen Reisemonate fielen weit unterdurchschnittlich aus, die Verluste summierten sich von Monat zu Monat, erläuterte das Analysehaus.


Die Branche sei damit "der erste und bislang einzige Sektor innerhalb der Tourismusbranche, der konsequent verpflichtende Tests auf das Coronavirus für alle Reisenden und Angestellten einführt". Die Pflicht gelte für Schiffe ab 250 Passagieren. Wann und wie Mitarbeiter und Gäste auf das neuartige Coronavirus getestet werden, dürften die Reedereien selbst entscheiden.


TUI Cruises, ein Gemeinschaftsunternehmen von TUI und Royal Caribbaean, hatte nach monatelanger Zwangspause im Juli wieder langsam den Betrieb gestartet und hatte zunächst Kurzreisen ohne Landgang angeboten. Mittlerweile dürfen die Passagiere teilweise auch wieder das Schiff für Ausflüge verlassen. Seit der Wiederaufnahme der Kreuzfahrten gelten auch an Bord der Schiffe einer Vielzahl strenger Corona-Regeln. So gibt es Temperaturmessungen, Wegeleitsysteme an Bord, beschränkte Kapazitäten für Restaurants, Bars und Theater auf dem Schiff, Maskenpflicht in Fahrstühlen, Treppenhäusern und Kabinenfluren sowie eine deutlich geringere Auslastung als im Normalbetrieb.


TUI (WKN: TUAG00)

Die Zahlen des Marktforschungsinstituts TDA spiegeln im Grunde die wahrgenommene Realität der Reisebranche wider. TUI selbst wird seine Zahlen für das vierte Quartal (Juli, August, September) erst am 10. Dezember vorlegen. Immerhin: Die Entscheidung des Kreuzfahrtverbandes ist positiv zu bewerten, da man damit ein notwendiges Mindestmaß an Kundenvertrauen wiedererlangen dürfte. Unter dem Strich ist die TUI-Aktie angesichts des weltweiten Corona-Infektionsgeschehens allerdings derzeit keine (finanzielle) Reise wert;Anleger gehen vielmehr bei Titeln an Bord, die positive Gefühle und damit Rendite versprechen.

(Mit Material von dpa-AFX)