14.05.2019 Maximilian Völkl

ThyssenKrupp mit roten Zahlen – Aktie wieder unter Druck – war alles nur ein Strohfeuer?

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ThyssenKrupp
Trendthema

Nach dem 28-Prozent-Kurssprung am Freitag hat die ThyssenKrupp-Aktie bereits wieder rund zehn Prozent verloren. Am heutigen Dienstag hat der DAX-Konzern nun die Ergebnisse für das zweite Quartal vorgelegt. Aufgrund der konjunkturellen Abkühlung ist ThyssenKrupp dabei in die roten Zahlen gerutscht. An der Börse kommt das nicht gut an.

Der Umsatz von ThyssenKrupp legte im zweiten Quartal zwar um zwei Prozent auf 10,6 Milliarden Euro zu. Durch eine schwächere Nachfrage im Komponentengeschäft und in der Stahlsparte sowie steigende Verluste im Anlagenbau ging das bereinigte Ergebnis allerdings deutlich um 30 Prozent auf 353 Millionen Euro zurück. Unter dem Strich blieb ein Nettoverlust von 99 Millionen Euro – nach 240 Millionen Euro Verlust im Vorjahr.

Überblick über das erzielte EBIT in den einzelnen Sparten

Die Stahlsparte wurde dabei allerdings noch als nicht fortgeführtes Geschäft bilanziert. Dies soll sich im laufenden dritten Quartal wieder ändern. Nach der kompletten strategischen Neuausrichtung wird die Sparte nun wieder eingegliedert. Das Problem: Auch die planmäßigen Abschreibungen, die derzeit ausgesetzt waren, werden dann wieder wirksam und werden sowohl das Ergebnis des ersten Halbjahres als auch das des Vorjahres nachträglich belasten.

Schwache Aussichten

Die Prognose wurde bereits im Rahmen der Vorstellung der neuen Strategie am Freitag gesenkt. Bis Ende des Jahres rechnet ThyssenKrupp nun mit einem vergleichbaren bereinigten EBIT von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es noch 1,4 Milliarden Euro. Unter dem Strich erwartet die Vorstandschaft sogar einen Verlust.

Erwarteter Rücksetzer

Nach dem Kursfeuerwerk am Freitag war ein Rücksetzer zu erwarten. Die Zahlen können nun allerdings nicht überzeugen. Anleger sollten vor dem Kauf nun abwarten, wie der Markt auf den Verlust reagiert. Die Aktie bleibt allerdings auf der Watchlist, denn die Bewertung ist auf dem aktuellen Niveau durchaus attraktiv.