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07.01.2020 Maximilian Völkl

Siemens: Droht jetzt neuer Ärger?

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Siemens

An der Börse läuft es bei Siemens seit Monaten richtig gut. Auch der Umbau läuft nach wie vor auf Hochtouren. Jetzt droht dem Industriekonzern allerdings Ärger von anderer Seite. Ein Auftrag aus Indien hat den Unmut der Fridays-for-Future-Aktivisten erregt, die Verantwortung von Konzernchef Joe Kaeser fordern.

Siemens soll einen etwa 20 Millionen Euro schweren Auftrag des indischen Adani-Konzerns in Australien erhalten. Es soll dabei die Signalanlage für die Gleise zum Abtransport nach Indien bereitgestellt werden. Die Fridays-for Future-Aktivisten Luisa Neubauer und Nick Heubeck fordern nun in einem Gastbeitrag für die Welt, dass Siemens den Auftrag ablehnt.

„Auf der Suche nach 'sanity', nach Vernunft, fordern wir Siemens und den Vorsitzenden Joe Kaeser auf, den Auftrag in Höhe von etwa 20 Millionen Euro abzulehnen“, schreiben die Aktivisten. Sie werfen Kaeser vor sich einerseits ständig zu seiner unternehmerischen Verantwortung zu bekennen und bis 2030 klimaneutral sein zu wollen, andererseits aber nun die Kohleförderung zu unterstützen.

Ein Verzicht auf den Auftrag wäre "ein kleiner Schritt für den Konzern, aber ein großes Zeichen für Australien und den Rest der Welt, der heute und morgen die Klimakrise zu spüren bekommt. Ohne intakte Gleise lässt sich die Kohle schlecht transportieren, das weiß Joe Kaeser genauso gut wie wir."

Siemens (WKN: 723610)

In der Tat ist Kaeser selten um Aussagen zu brisanten Themen verlegen. Mit Kritik muss er deshalb umgehen. Wie Siemens entscheidet, wird sich zeigen. An der Börse dürfte der Adani-Auftrag aber keine großen Auswirkungen haben. Die Aktie gehört auf die Watchlist.