Nach einem sehr verhaltenen Handel am Dienstag sind die Anleger an der Wall Street auch am Mittwoch nicht in die Offensive gegangen. Der S&P 500 verzeichnete moderate Verluste, der Nasdaq 100 rettete immerhin ein kleines Plus. Um rund 0,6 Prozent ging es hingegen für den Dow Jones nach unten. Nach wie vor ist die Nervosität hoch, was die geopolitische Lage im Nahen Osten betrifft. Das spiegelt sich in erneut steigenden Öl-Preisen wider.
Im Fokus steht unverändert die faktisch gesperrte Straße von Hormus. Irans Militärführung hat jedes Schiff und jede Ölladung für die USA, Israel und ihre Partner in der für den weltweiten Handel wichtigen Meerenge als legitimes Ziel von Angriffen bezeichnet.
Die Sperrung hält die Preise von Energieträgern wie Rohöl und Flüssiggas auf hohem Niveau, obwohl die Internationale Energieagentur als Reaktion auf den Iran-Krieg eine Rekordmenge strategischer Ölreserven freigeben will. Damit droht der weiter hohe Ölpreis unverändert die Inflation anzuheizen und gleichzeitig das Wirtschaftswachstum zu bremsen. Aktien sind angesichts dieses Szenarios Experten zufolge mit hohen Risiken verbunden.
Vom hohen Preisniveau profitierten am Mittwoch die Öl-Werte. Chevron setzte sich an die Spitze im Dow Jones mit einem Plus von rund zwei Prozent.
Im marktbreiteren S&P 500 gehörte die Aktie von Oracle zu den Top-Performern. Der Cloud-Spezialist berichtete bereits am Dienstagabend über starke Zahlen zum dritten Quartal. Das Unternehmen habe mit dem beschleunigten Wachstum "geliefert", schrieb Analyst Mark Murphy von der Investmentbank JPMorgan. Er nahm die guten Nachrichten zum Anlass, die Aktien hochzustufen. Denn nach den zuletzt hohen Kursverlusten sei das Verhältnis von Chancen zu Risiken nun attraktiver geworden.
Die Anleger an der Wall Street wagen sich nicht aus der Deckung hervor und lassen weiter Vorsicht walten. Die kurzfristige Entwicklung der US-Börsen hängt derzeit massiv an den weiteren Entwicklungen rund um den Iran-Krieg. DER AKTIONÄR wird berichten.
11.03.2026, 21:01