Aus dem Nichts an die Spitze: Scout24 steigt heute nach Xetra-Schluss rasant nach oben und ist mit mehr als 6 Prozent Kursplus die stärkste Aktie im DAX. Der Auslöser kommt direkt vom Unternehmen – und hat es durchaus in sich. Die Frage ist jetzt: Reicht das für mehr als nur einen kurzfristigen Impuls?
Scout24 zündet die nächste Stufe beim Aktienrückkauf. Der Konzern kündigt eine zweite Tranche an. Bis zu 250 Millionen Euro sollen zusätzlich in eigene Aktien fließen. Insgesamt steigt das Volumen für 2026 damit auf bis zu 350 Millionen Euro. Bei einem Börsenwert von zuletzt rund 4,9 Milliarden Euro entspricht das 7 Prozent!
Die neue Tranche soll direkt an die laufende erste Phase anschließen. Diese ist nahezu ausgeschöpft. Seit Januar hat Scout24 bereits rund 1,16 Millionen Aktien für etwa 84,5 Millionen Euro zurückgekauft.
Aktien werden schneller gekauft
Scout24 zieht zudem das Kauftempo an. Die laufende erste Tranche wird verkürzt. Der späteste Kaufzeitpunkt wird auf den 29. Mai vorgezogen. Auch die geplante Stückzahl wird angepasst.
Scout24 nutzt also den Spielraum konsequent und will schneller Kapital an die Aktionäre zurückführen.
Die positive Kursreaktion überrascht nicht. Aktienrückkäufe sind ein klassischer Kurstreiber. Sie reduzieren die Anzahl der ausstehenden Aktien und erhöhen damit rechnerisch den Gewinn je Aktie. Gleichzeitig signalisiert das Management Vertrauen in die eigene Bewertung.
Im Fall von Scout24 kommt ein weiterer Punkt hinzu: Die fast vollständige Ausschöpfung der ersten Tranche zeigt, dass das Programm bereits aktiv umgesetzt wird. Diese Kombination aus Tempo, Volumen und Klarheit kommt gerade gut an. Zumal Scout24 ohnehin zu den stabileren Titeln im DAX gehört. Das Geschäftsmodell rund um Immobilienplattformen liefert verlässliche Cashflows. Rückkäufe verstärken diesen Effekt zusätzlich.
Mit dem heutigen Kurssprung setzt sich die Aktie an die DAX-Spitze. Entscheidend wird nun, ob das Momentum anhält oder kurzfristige Gewinnmitnahmen folgen. Und zur Wahrheit gehört auch: Die Aktie ist von ihren Hochs im Sommer 2025 um mehr als 40 Prozent gefallen und derzeit keine AKTIONÄR-Empfehlung. Auch mit dem abendlichen Anstieg auf 72,50 Euro steckt die Aktie noch im mittelfristigen Abwärtstrend fest.
Heute, 20:45