Der Wochenstart gestern ist der Commerzbank-Aktie geglückt. Die mehrtägige Negativserie konnte beendet werden. Hintergrund ist ein positiver Analystenkommentar, der das widerspiegelt, was immer mehr Experten denken. Damit hat sich das Chartbild nun auch wieder aufgehellt.
Genau an der 100-Tage-Linie bei 33,99 Euro ist die Commerzbank-Aktie gestern gedreht und schloss nach vier Tagen endlich wieder höher. In einem schwachen Gesamtmarkt schob sich die Notierung mit einem Plus von 2,4 Prozent damit auf den zweiten Platz im Leitindex DAX. Ausschlaggebend dafür war eine neue Studie der Analysten der Bank of America.
Die Experten um Tarik El Mejjad begründeten ihr neues "Buy"-Votum mit der Attraktivität der Papiere, auch unabhängig von einer möglichen Übernahme durch die UniCredit. Dabei verwiesen sie auf das überdurchschnittliche Gewinnwachstum je Aktie von mehr als 20 Prozent, bezogen auf einen 5-Jahreszeitraum und auch Ausschüttungen an die Aktionäre von mehr als 30 Prozent des Börsenwertes in den nächsten drei, beziehungsweise 60 Prozent in fünf Jahren.
Entsprechend erhöhten sie ihr Kursziel von 37 auf 42 Euro, womit sie ein Potenzial von 21 Prozent sehen. Ihre Bewertung der Aktie berücksichtigt nicht, ob das Übernahmeangebot erfolgreich sein wird. Die "Momentum"-Strategie der Commerzbank ziele unabhängig davon auf die Eigenständigkeit des Finanzinstituts. Im Zuge einer Version 2.0 dürfte die Bank laut den BofA-Experten wohl ihre Ziele für die Profitabilität anheben und neue Ambitionen für 2030 präsentieren. Sie rechnen in diesem Zusammenhang auch mit weiteren Restrukturierungen und dadurch steigenden und auch schnelleren Ausschüttungen.
Dabei erwarten sie eher Dividenden als Aktienrückkäufe, "da wir die Attraktivität von Aktienrückkäufen angesichts der aktuellen Bewertungen als geringer einschätzen", wie sie schrieben. Zudem gehen die Analysten davon aus, dass Restrukturierungsaufwendungen in der Ausschüttungsquote nicht berücksichtigt sind, was zu Ausschüttungen von jeweils rund 110 Prozent auf Basis der ausgewiesenen Gewinne in den Jahren 2026 und 2027 führen dürfte.
Die Analysten der Bank of America sehen Aufwärtspotenzial für die Commerzbank, unabhängig davon, ob sie eigenständig bleibt, oder von der UniCredit übernommen wird. Das sehen mittlerweile immer mehr Experten so. Denn die UniCredit erzeugt mit ihrer Übernahmekulisse Druck auf den Commerzbank-Vorstand, profitabler und effizienter zu werden. Für Aktionäre ist das in jedem Fall positiv zu sehen, da die Übernahmefantasie und weitere Umbauprogramme der Commerzbank den Kurs antreiben. Investiert bleiben mit Stopp bei 29,00 Euro an Bord.
Enthält Material von dpa-AFX
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
Heute, 07:33