Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer: Ende Dezember berichtete das israelische Tech-Magazin Calcalist, Nvidia plane die Übernahme des israelischen KI-Unternehmens AI21 Labs. Doch nun steht fest: Entsprechende Gespräche hat es nie gegeben. Damit stellt sich Anlegern erneut diese zentrale Frage.
Calcalist hatte sich auf Insider berufen und berichtet, Nvidia wolle AI21 übernehmen und dafür bis zu drei Milliarden Dollar auf den Tisch legen. Die Gespräche sollen sich demnach bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befunden haben.
Für viele Beobachter klang das nach der logischen Fortsetzung von Nvidias KI-Offensive: Nach Milliardeninvestitionen und strategischen Beteiligungen an Runway, Hugging Face oder Synthesia hätte lediglich noch ein großer Sprachmodell-Anbieter im Portfolio gefehlt. Zudem wäre es laut Calcalist bereits die vierte Übernahme eines israelischen Unternehmens durch Nvidia gewesen.
Verwirrung durch TV-Interview
Als AI21-Co-Gründer Amnon Shashua dann bei Bloomberg TV ein Interview gab, spitzten sich die Spekulationen zu. Ja, man habe „frühe Gespräche“ mit mehreren potenziellen Partnern geführt – auch mit Nvidia. Doch ein Deal sei „nicht unmittelbar“ zu erwarten.
Heute berichtet Bloomberg unter Berufung auf eine E-Mail des Unternehmens AI21, dass Berichte, wonach Nvidia „irgendwelche Übernahmeverhandlungen geführt haben soll“, falsch seien. Damit stellt sich für Anleger die essenzielle Frage: Wem kann man überhaupt noch trauen? Mit dieser Frage hat sich auch Autorin Rachel Botsman in Ihrem Buch „Wem kannst du trauen? Die Antwort auf die vielleicht wichtigste Frage unserer Zeit“ beschäftigt.
Doch auf die Nvidia-Aktie hat die Story rund um AI21 keine Auswirkung. Am Montag dümpelt der Kurs an der Wall Street rund zwei Stunden nach dem Handelsstart knapp unter dem Freitagsschlusskurs. Aus charttechnischer Sicht gilt es, die 180-Dollar-Marke zu verteidigen. Gelingt dies nicht, droht ein Test des Dezember-Tiefs bei 170,94 Dollar.
Aus Sicht des AKTIONÄR dürfte die Fake-News rund um die AI21-Übernahme keinen Schaden für Nvidia bedeuten. Die Nvidia-Aktie bleibt ein Kauf. Seit der Empfehlung in Ausgabe 24/2025 steht ein Plus von 28 Prozent zu Buche.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Nvidia-Aktien befinden sich in einem Realdepot der Börsenmedien AG.
12.01.2026, 17:40