09.04.2019 Maximilian Völkl

Nordex auf Rekordjagd, Senvion erneut -30% – droht jetzt sogar die Insolvenz?

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Nordex
Trendthema

Beim Blick auf die Windanlagenbauer an der deutschen Börse sehen Anleger ein zweigeteiltes Bild. Während Nordex der absolute Highflyer im HDAX ist, hat die Senvion-Aktie binnen knapp eines Jahres 90 Prozent an Wert verloren. Am Dienstag bricht Senvion erneut knapp 30 Prozent ein, selbst eine Insolvenz scheint möglich.

Nach Verzögerungen bei großen Projekten braucht Senvion 100 Millionen Euro, um das Geschäft weiterbetreiben zu können, zitiert Reuters zwei Insider. Die Gespräche mit den Gläubigerbanken, zwei Hedgefonds sowie dem eigenen Großaktionär Centerbridge dauern derweil an, teilte Senvion am Montag mit. „Im Zusammenhang mit diesen Gesprächen evaluiert die Gesellschaft derzeit sowohl alle verfügbaren gerichtlichen als auch außergerichtlichen Reorganisationsoptionen.”

Während Centerbridge bereits viel Geld für Senvion zugeschossen hat, wären die Hedgefonds Anchorage und Davidson Kemper laut den Insidern bereit, Geld als Kredit zur Verfügung zu stellen. Die beiden Hedgefonds haben inzwischen die Mehrheit an einer 400 Millionen Euro schweren Anleihe aufgekauft. Fraglich bleibt, ob die Banken dem zustimmen. Zumindest ein Schuldenschnitt wäre laut den Insidern nicht nötig.

Es wird eng

Klar ist: Die Lage für Senvion ist sehr prekär. Gerichte spielen in Deutschland erst bei der Insolvenz eine Rolle, diese Option hat der Konzern deutlich nicht ausgeschlossen. Allerdings hat Senvion volle Auftragsbücher im Wert von über fünf Milliarden Euro. Gelingt die Finanzierung, ist ein Comeback also durchaus möglich. Nach den schweren Managementfehlern in der jüngeren Vergangenheit muss der Konzern dazu aber auch unter Beweis stellen, dass nachhaltig profitabel gearbeitet werden kann.

Abwarten

Senvion läuft die Zeit davon. Einigen sich die Banken und die Geldgeber nicht, könnten innerhalb von Tagen die Lichter ausgehen. Trotz der zahlreichen Aufträge sollten Anleger aktuell nicht auf ein Comeback spekulieren und nicht ins fallende Messer greifen. Das Risiko ist zu hoch. Nordex ist die bessere Wahl. Der SDAX-Konzern freut sich ebenfalls über eine Auftragsflut, ist bilanziell aber viel besser aufgestellt. Vor dem Neueinstieg sollte hier nach der Mega-Rallye aber ein Rücksetzer abgewartet werden.