21.04.2020 Thobias Quaß

Nintendo: Diese Hammerzahl überrascht

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Nintendo

Überall auf der Welt sitzen die Leute zu Hause und wollen eine Nintendo Switch haben. Nun fragt Nintendo bei den Lieferanten eine Erhöhung der Produktionsmenge an. Im Vergleich zur vorherigen Planung wollen die Japaner 20 Prozent mehr Konsolen herstellen lassen. Dabei ist die Coronapandemie sowohl Fluch als auch Segen.

In den USA und Japan ist die Nintendo Switch vorerst ausverkauft. Trotzdem will der Konzern nach geschätzten 19,5 Millionen verkauften Konsolen dieses Geschäftsjahr bis März 2021 22 Millionen Geräte verkaufen. Genaue Zahlen zum abgelaufenen und Ausblicke zum laufenden Geschäftsjahr präsentiert Nintendo am 7. Mai. 

Laut mit der Sache vertrauten Personen, hatte Big N vor den Lockdowns für das vierte Lebensjahr der Nintendo Switch mit rund 18 Millionen Geräten gerechnet. Nun wurde auch dank Animal Crossing die Zahl noch oben korrigiert.

Nintendo (WKN: 905551)

Ob dieses Ziel erreicht werden kann ist aber fraglich. Insider zweifeln an der schnellen Verfügbarkeit gewisser Komponenten wie Speicherchips. Diese waren schon vor der Coronakrise sehr gefragt, und die Nachfrage stieg wegen des derzeit anziehenden Bedarfs nach Unterhaltungselektronik weiter.

Analysten meinen, dass frühestens Ende Mai, spätestens aber Ende Juni die Lieferengpässe bei Komponenten und Konsole Geschichte sind.

Im Lebenszyklus einer Videospielkonsole ist das von Nintendo beschlossene Ziel ungewöhnlich. Denn selbst von der erfolgreichen Wii (106 Millionen verkauft) wurde im vierten Lebensjahr die Produktion gedrosselt. Selbst der Konkurrent Sony hat die Produktionsmenge für seine neue Playstation 5 (geplanter Start im Herbst 2020) schon zurückgefahren. Für Nintendos Aktie sind das alles gute Nachrichten: Die Erfolgsstory der Switch wird weitergehen. Investierte Anleger lassen die Gewinne laufen, ziehen den Stopp aber auf 37 Euro nach.