02.04.2020 Thobias Quaß

Nintendo: Von wegen Krise – Rekordverkaufszahlen für die Switch

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Nintendo

Mit weltweit 840.000 verkauften Nintendo-Switch-Spielkonsolen vom 16. bis 22. März sind die Verkaufszahlen so hoch wie selbst zum Release 2017 nicht. Damit hat Nintendo fast den gesamten Februar (eine Million Konsolen) in einer Woche eingeholt. Dieser Anstieg liegt hauptsächlich an der Veröffentlichung eines Spiels. Auch deswegen hat sich die Aktie aktuell auf Vorkrisen-Niveau zurückgekämpft.

Nintendo hat am 20. März weltweit das Spiel Animal Crossing New Horizons veröffentlicht, von dem sich in Japan am Veröffentlichungstag 1,88 Millionen Stück verkauften (aktuell über 2,5 Millionen ohne digitale Verkäufe). Parallel erschienen entsprechende Bundles von Konsole und Spiel. 

Die Lebenssimulation trifft mitten in der aktuellen Social-Distancing-Phase einen Nerv. In Animal Crossing New Horizons geht es darum, ein Leben auf einer einsamen Insel aufzubauen, dazu gehören alltägliche Dinge wie Obsternte, Nachbarschafts- und Gartenpflege.

Das Spiel ist onlinefähig und man kann so die Inseln von Freunden besuchen. Alles Aktivitäten, die wegen des Lockdowns derzeit unmöglich sind. Außerdem verläuft das Spiel in Echtzeit und feiert reale Feste mit Events. Langzeitmotivation ist also garantiert. 

In der Woche vor Spiel-Veröffentlichung zogen die Verkaufszahlen der Nintendo Switch in Japan von im Schnitt 60.000 verkauften Konsolen auf 392.000 ordentlich an (weltweit bisher über 52 Millionen). Von seiner tragbaren Hybridkonsole will der Konzern im am 31. März abgelaufenen Geschäftsjahr weltweit 19,5 Millionen absetzen. 

Nintendo profitiert durch die globalen Shut-downs. Die Aktie ist mit einem 2020er KGV von 22 fair bewertet. Auch die für Herbst 2020 angekündigten neuen Playstation- und Xbox-Konsolen dürften für die Nintendo Switch keine Konkurrenz sein. Investierte Anleger lassen die Gewinne laufen, der Stopp wird bei 27 Euro gesetzt.

Nintendo (WKN: 864009)