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Mercedes‑Benz‑Experte: "China ist zum Albtraum aller deutschen Autobauer geworden"

Mercedes‑Benz‑Experte:
Foto: imageBROKER/Arnulf Hettrich/picture alliance/dpa
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Jochen Kauper Heute, 11:35 Jochen Kauper

Keine guten News von Mercedes-Benz. Ein deutliches Minus in China bei den Verkäufen hat erneut für einen Absatzrückgang gesorgt. Wie könnte Mercedes den Rückgang im wichtigsten Automarkt der Welt stoppen?

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Quelle: Mercedes-Benz Media

"China ist zum Albtraum aller deutschen Autobauer geworden. Um den Trend zu drehen braucht es mehr Investitionen in China, sprich mehr Inside-China."

Ferdinand Dudenhöffer, Auto-Experte

Mercedes-Benz verkaufte im ersten Quartal 499.700 Autos und Vans. Minus sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Allen voran in China hat Mercedes-Benz nach wie vor zu kämpfen. Die Verkäufe gingen um 27 Prozent in die Knie. Der Markt sei "durch Modellzykluseffekte, makroökonomische Unsicherheiten und ein anspruchsvolles Marktumfeld geprägt" gewesen, heißt es in der Mitteilung von Mercedes-Benz. Ohne China sei der Pkw-Absatz um fünf Prozent gestiegen, getragen von teils deutlichem Wachstum in Europa und den USA. 

"China ist zum Albtraum aller deutschen Autobauer geworden. Um den Trend zu drehen braucht es mehr Investitionen in China, sprich mehr Inside-China. Neue Modelle in Deutschland zu entwickeln und eine China-Version mit verlängertem Radstand in China zu produzieren und auf den Markt zu bringen reicht nicht aus", sagt Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research gegenüber DER AKTIONÄR.


Mercedes CEO Ola Källenius spricht vor einer digitalen Wand mit Mercedes Logo
Quelle: Lennart Preiss/GettyImages
Mercedes CEO Ola Källenius

Die Van-Sparte verzeichnete einen Absatzrückgang von drei Prozent. Im ersten Quartal verkaufte Mercedes 80.300 Fahrzeuge.

Mercedes-Benz steckt bereits länger in der Krise. Die Absätze sinken, das Management vollzog in der Vergangenheit mehrere Kehrtwenden. Sowohl die „Electric Only“-Strategie, wie auch der Fokus auf Luxus haben nicht funktioniert.

Die Pkw-Verkäufe bei der Marke mit dem Stern gehen schon seit längerem zurück. 2023 stagnierten sie. Im Jahr 2024 betrug das Minus zu 2023 drei Prozent. Im vergangenen Jahr verkaufte Mercedes etwas mehr als 1,8 Millionen Pkw, was einem Rückgang von neun Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht.

Futuristische, digitale und nachhaltige Produktion des neuen Mercedes CLA
Quelle: Mercedes-Benz
Produktion des neuen Mercedes CLA

Jetzt muss sich Mercedes-Benz erneut neu orientieren. Mittelfristig soll die Auto-Sparte wieder einen Absatz von rund zwei Millionen Fahrzeugen erzielen. Wann genau dieses Ziel erreicht werden soll, ließ das Unternehmen anlässlich der Bilanzpressekonferenz vor wenigen Wochen offen. Helfen sollen dabei zahlreiche neue Modelle. Die Resonanz der Kundinnen und Kunden auf die neuen Modelle sei hervorragend gewesen, betonte Vertriebs-Vorstand Mathias Geisen: "Mit der zunehmenden Verfügbarkeit unserer neuen Produkte konzentrieren wir uns darauf, das starke Kundeninteresse in den kommenden Monaten in eine positive Absatzdynamik zu überführen."

Mercedes-Benz S-Klasse
Quelle: Mercedes-Benz Group
Mercedes-Benz S-Klasse

Getragen werden soll das Wachstum auch von einem Anstieg im Top-End-Segment, zu dem etwa die hochpreisigen S- und G-Klasse-Autos zählen, die hohe Gewinnspannen abwerfen. Für das Einstiegssegment, in dem traditionell mehr Volumen statt Marge erzielt wird, hatte das Unternehmen zudem einen Nachfolger für die auslaufende A-Klasse angekündigt.

Die UBS hat das Kursziel für Mercedes-Benz vor den Absatzzahlen bereits von 58 auf 57 Euro gesenkt. „Die erwartete Erholung hängt vom kommerziellen Erfolg der überarbeiteten S-Klasse, GLE und GLS ab. Es wird noch ein paar Quartale dauern, um zu beurteilen, wie gut die Modelle ankommen“, so Patrick Hummel in seinem letzten Update zur Autobranche.

Mercedes-Benz (WKN: 710000)

Besonders heikel ist für Mercedes-Benz nach wie vor die Situation im wichtigsten Automarkt der Welt China. Viele Konzernchefs hatten auf eine Trendwende bei den Verkaufszahlen Ende des Jahres 2025 gehofft. Die Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Mercedes-Benz benötigt nun dringend wieder ein besseres weltweites Umfeld und muss intern kräftig aufs Gas drücken. BMW navigiert deutlich besser durch die letzten Monate. Die Technologie-Offenheit sowie der Roll-Out der Modellreihe „Neue Klasse“ verschafft BMW eine weitaus bessere Ausgangsposition.


Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Mercedes-Benz.


Enthält Material von dpa-AFX

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