Neue Ausgabe: 12 Top-Aktien für Post-Corona-Ära
20.03.2020 Thorsten Küfner

Lufthansa: Gleiches Niveau wie 1955!

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Deutsche Lufthansa
Trendthema

In einer Zeit, in der sich das Rad der Globalisierung immer schneller drehte, wäre kein Mensch jemals auf die Idee gekommen, einen Vergleich mit dem Jahre 1955 zu ziehen – schon gar nicht bei der beständig wachsenden Fluggesellschaf Lufthansa. Doch in Zeiten des Corona-Ausnahmezustands scheint nichts mehr unmöglich.

Denn angesichts der Tatsache, dass praktisch 95 Prozent des Flugbetriebs der Lufthansa stillgelegt wurden, erklärte CEO Carsten Spohr gestern: "Der Flugplan von 1955 sah genauso aus wie der, den wir in der kommenden Woche fliegen", sagte Spohr. Rund 700 der 763 Flugzeuge in der Konzernflotte stehen dann über viele Flughäfen verteilt am Boden. In Frankfurt wird dafür sogar die Nordwest-Landebahn gesperrt.

Für die Hauptreisezeit im Sommer wagte der Manager wie für das gesamte Geschäftsjahr keine Prognose. "Ich würde mich erst mal freuen, wenn wir im Sommer wüssten, wieder fliegen zu dürfen."

Um die Fixkosten zu senken, plant der Konzern Kurzarbeit von mehreren zehntausend Beschäftigten, will allerdings möglichst geringe Beträge oberhalb der Sozialleistungen zahlen. Je weniger Geld dort fließe, desto mehr Beschäftigte könnten an Bord bleiben, erklärte Spohr. Es sei Unternehmensziel, möglichst alle 140.000 Beschäftigten weiter zu beschäftigen. In Deutschland sei bereits Kurzarbeit für 31.000 Kabinen- Mitarbeiter der Lufthansa AG beantragt. Möglich sei Kurzarbeit für den vollen Arbeitsumfang über ein ganzes Jahr. Auch in Belgien, Österreich und der Schweiz planen Konzern-Airlines Kurzarbeit.

"Unsere Bilanz ist stärke als bei fast allen unserer Wettbewerbern"

Das Management versucht, das Geld des Konzerns zusammenzuhalten. Die Aktionäre sollen auf die Dividende verzichten, Boni sollen möglicherweise als Aktien ausgegeben werden. Die Lufthansa hat sich neue Kredite gesichert und verfügt laut Spohr einschließlich einer Kreditlinie über flüssige Mittel von 5,1 Milliarden Euro. Zudem könne die Lufthansa Flugzeuge im Wert von 10 Milliarden Euro als Sicherheit bei Banken einbringen. "Unsere Bilanz ist stärker, die Eigentumsquote ist höher als bei fast allen unserer Wettbewerbern", sagte Spohr.

Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

Die Lufthansa-Aktie ist derzeit wirklich extrem günstig bewertet. Wohl auch deshalb ist nun Milliardär Heinz Hermann Thiele eingestiegen. Doch aktuell herrscht an den Märkten Panik und es ist nicht absehbar, wann dieser historische Ausnahmezustand endet. Daher sollten Anleger vorerst noch ihr Pulver trocken halten. Angesichts der derzeitigen Marktverwerfungen bietet sich nach wie vor eher die Seitenlinie und das Warten auf eine Bodenbildung an. 

(Mit Material von dpa-AFX)

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