04.11.2019 Marion Schlegel

Gold: „Ein positives Zeichen“

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Trendthema

Der Goldpreis gibt zum Wochenauftakt leicht nach: Am Nachmittag notiert die Feinunze bei 1.510,38 Dollar. Angesichts der Nachrichtenlage präsentiert sich das Edelmetall damit weiter stark. Die jüngsten Äußerungen aus den USA und China lassen die Hoffnung aufkeimen, dass ein Teilhandelsabkommen in greifbarer Nähe ist. Die Angst vor weiteren Strafzöllen wäre dann erst einmal vom Tisch. Dies beflügelt die Aktienmärkte und ist eigentlich eher negativ für den Goldpreis.

„Dass die Anleger Gold daraufhin nicht stärker den Rücken kehren, ist ein positives Zeichen“, so Eugen Weinberg, Leiter Rohstoffanalyse bei der Commerzbank. „Immerhin liegen die spekulativen Netto-Long-Positionen nach wie vor auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Sie stiegen in der Woche zum 29. Oktober sogar wieder auf knapp 200.000 Kontrakte, was umgerechnet fast 620 Tonnen Papier-Gold entspricht“, so Weinberg weiter. Allerdings bedeute dies auch ein beträchtliches Verkaufspotenzial, sollten die spekulativen Anleger ihre Meinung zu Gold ändern, warnt Weinberg.

Wenig Unterstützung ist indes aus Asien für den Goldpreis zu erwarten. „Laut Angaben eines nicht namentlich genannten Regierungsvertreters lagen die Goldimporte Indiens im Oktober nur bei 38 Tonnen und damit 33 Prozent niedriger als im Vorjahr.“ Dies deute gemäß Weinberg auf eine verhaltene Nachfrage zu den hinduistischen Feiertagen Dhanteras und Diwali Ende Oktober hin.

Gold (ISIN: XC0009655157)

Am morgigen Dienstag veröffentlicht das World Gold Council die Daten zum dritten Quartal. Diese dürften nach Ansicht Weinbergs bestätigen, dass die Goldnachfrage im dritten Quartal hauptsächlich durch die Investmentnachfrage im Form von ETF-Zuflüssen und durch Käufe der Zentralbanken getragen wurde.

DER AKTIONÄR bleibt weiterhin optimistisch für den Goldpreis. Zuletzt gelang dem Edelmetall der Ausbruch aus der bullishen Flagge nach oben. Nächste Hürde ist das Septemberhoch.