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04.01.2021 Thorsten Küfner

Gazprom: Es hätte schlimmer kommen können...

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Gazprom

Der weltgrößte Erdgasproduzent hat Bilanz gezogen: So hat Gazprom nun bekanntgegeben, dass man im abgelaufenen Jahr einen Rückgang der Exporte um zehn Prozent auf 179,3 Milliarden Kubikmeter verbucht habe. Auf dem russischen Heimatmarkt wurden indes 225,7 Milliarden Kubikmeter abgesetzt. 

Die Gründe für die sinkenden Exporte liegen auf der Hand: Im Zuge der Lockdowns in vielen Ländern Europas sank auch der Bedarf an Erdgas. Darüber hinaus sorgte erneut ein verhältnismäßig milder Winter bereits in den Wochen vor Beginn der Lockdowns für eine schwache Nachfrage. Die endgültigen Zahlen für 2020 sind daher nicht überraschend und auch kein Beinbruch.

Stärker als der Absatzrückgang um zehn Prozent trafen Gazprom natürlich die deutlich gesunkenen Energiepreise. Diese führten zu kräftigen Einbrüchen beim operativen Gewinn. Allerdings ist die Mehrheit der Experten überzeugt, dass das schwache 2020er-Ergebnis eher ein Ausrutscher gewesen sein dürfte. Für das laufende Jahr 2020 wird bereits wieder mit einem satten Gewinnanstieg gerechnet (siehe hier). 

Positiv entwickelte sich 2020 der Gasexport in die Niederlande sowie – bedingt durch die neuen Pipelines – nach China und in die Türkei.

Gazprom (WKN: 903276)

Das für Gazprom und seine Aktionäre unerfreuliche Jahr 2020 ist abgeschlossen. Die Perspektiven für 2021 sind natürlich nun deutlich besser. Mutige Anleger können bei der mit einem KGV von 6 und einem KBV von 0,3 sehr günstig bewerten Aktie weiterhin zugreifen. Der Stoppkurs sollte bei 3,60 Euro belassen werden. 

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