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15.06.2020 Martin Mrowka

Corona-Angst ist zurück: Airbus und MTU unter Druck, Fraport mit Lichtblick

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Airbus

Der Flughafen-Betreiber Fraport hat am Montagmorgen neue Passagierzahlen veröffentlicht. Wenig überraschend: Wegen der Corona-Pandemie und dem weitgehenden Stillstand des Flugverkehrs zählte Deutschlands allein größter Airport im Mai 95,6 Prozent weniger Passagiere als ein Jahr zuvor. Doch es gibt auch einen Lichtblick.

Für den Flughafenbetreiber Fraport liefen die Geschäfte inmitten der Corona-Krise zumindest teilweise wieder etwas besser. In Frankfurt wurden im Mai wieder mehr Passagiere abgefertigt als noch im April – und auch am Beteiligungsflughafen im chinesischen Xi'an belebte sich das Passagieraufkommen.

Am Frankfurter Flughafen wurden im Mai knapp 273.000 Passagiere abgefertigt, wie der im MDAX notierte Konzern mitteilte. Im April war die Zahl der Passagiere gegenüber dem Vorjahr noch um fast 97 Prozent auf rund 188.000 gesunken. Vergleicht man die beiden Monate, gab es im Mai immerhin gut 45 Prozent mehr Passagiere.

Am Flughafen im chinesischen Xi'an, an dem Fraport 24,5 Prozent hält, wurden rund 2,2 Millionen Passagiere gezählt – ein Minus gegenüber dem Vorjahresmonat von "nur noch" 44 Prozent. Im April betrug der Abschlag noch 64 Prozent. An den anderen Standorten des Konzerns zum Beispiel in Brasilien, Bulgarien, Griechenland oder der Türkei ging das Passagieraufkommen weiter kräftig zurück. 

An der Börse rutscht die Fraport-Aktie nach den Verkehrszahlen in einem schwachen Marktumfeld um gut drei Prozent auf 91,60 Euro ab. Dabei nähert sich der Kurs wieder der 50-Tage-Linie, die Mitte Mai überschritten wurde und nun bei 40,28 Euro verläuft.

Fraport (WKN: 577330)

Mit dem heutigen Tage wurden die Reisebeschränkungen in Europa gelockert. Die Grenzen in die meisten Staaten sind offen. Und so sollte sich die Lage des Flughafenbetreibers im Juni weiter aufhellen.

In der ersten Juni-Woche wurde mit knapp 112.000 Passagieren erstmals seit Anfang März wieder eine sechsstellige Zahl abgefertigt. Das Schlimmste scheint überstanden. Inzwischen fahren viele Airlines ihr Flugangebot schrittweise wieder hoch, und bei Fraport hoffen Management und Mitarbeiter, dass die Menschen rechtzeitig zur wichtigen Sommersaison wieder zu reisen beginnen. Eine Rückkehr auf das Niveau vor der Krise liegt nach Einschätzung von Fraport-Chef Stefan Schulte aber noch Jahre entfernt.

Außerdem nimmt die Furcht vor einer zweite Welle von Corona-Infektionen wieder zu. Auf einem Großmarkt in Chinas Hauptstadt Peking ist das Coronavirus wieder aufgetaucht und hat offenbar viele Menschen infiziert. Seither geht die Angst vor einer neuen Infektionswelle um. Die chinesischen Behörden wurden daher angewiesen, in den "Kriegszustand" zu gehen, um einen weiteren Ausbruch der Lungenkrankheit zu verhindern. Auch in den bevölkerungsreichen US-Bundesstaaten Florida und Texas wurden zuletzt wieder steigende Fallzahlen registriert.

Aktien von Luftfahrt-Konzernen sacken am Montag mit am stärksten ab. So büßen auch die Papiere der Lufthansa, die demnächst in den MDAX absteigt, über drei Prozent ein. Der Airbus-Kurs fällt zeitweise unter die 64-Euro-Marke auf das tiefste Niveau seit zwei Wochen. Auch Aktien des Triebwerkherstellers MTU geben überdurchschnittlich nach.

"Sinkende Infektionsraten haben Investoren zuversichtlich gestimmt, dass die Lockdowns funktionieren", schrieb Analyst Stephen Innes vom Broker Axicorp. Wieder steigende Infektionszahlen dürften diese Zuversicht nun aber einem Test unterziehen. (Mit Material von dpa-AFX)

Der Flughafen-Betreiber scheint das Schlimmste hinter sich zu haben. Die Fraport-Aktie leidet derweil mit anderen Luftfahrt-Aktien unter der neuen Corona-Angst. Die Kurszone zwischen 40 und 42 Euro bietet charttechnische Unterstützung und sollte nicht unterschritten werden. Das wäre sonst ein klares Verkaufssignal. Auf absehbare Zeit bleibt der MDAX-Wert nur etwas für mutige Trader.