07.06.2018 Benedikt Kaufmann

Facebooks-Datenskandal Vol. 2: Nutzerdaten mit Konzernen geteilt

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Facebook
Trendthema

Zwar dominiert der Facebook-Datenskandal nicht mehr die Medienlandschaft – ausgestanden ist er jedoch noch nicht. Am Mittwoch bekundeten Mitglieder des US-Kongresses erneut ihren Unmut, nachdem Medienberichte einen regen Datenaustausch zwischen Facebook und chinesischen Konzernen aufdeckten.

Am Sonntag veröffentlichte die New York Times einen Artikel, der offenlegte, dass Facebook-Daten nicht nur mit zahlreichen App-Entwicklern ausgetauscht wurden, sondern auch mit bis zu 60 Elektronikherstellern. Darunter amerikanische Firmen wie Apple, Amazon, Blackberry und Microsoft – aber auch chinesische Firmen wie Huawei, die laut der US-Regierung ein Risiko für die nationale Sicherheit darstellt.

Das Problem: Wie Cambridge Analytica erlangten die Gerätehersteller Zugang zu den persönlichen Facebook-Daten ohne das Einverständnis der Nutzer. Nur, dass diesmal die Daten nicht unbefugt weitergegeben wurden, sondern der rege Datenaustausch in Partnerschaft mit Facebook erfolgte.

Am Mittwoch meldeten sich nun zahlreiche Mitglieder des US-Kongresses zu Wort: „Facebook hätte den Kongress und die amerikanische Bevölkerung über seine Partnerschaft mit chinesischen Technologiefirmen aufklären müssen.“ Facebook entgegnete in einem Statement, dass man seit diesem Frühjahr die Partnerschaften zum Datenaustausch zurückgefahren hätte. Laut dem Bericht der New York Times habe jedoch ein Großteil der Partnerschaften noch Bestand.

Die Beschwerde des US-Kongresses und der Bericht der New York Times zeigten auf den Kurs der Facebook-Aktie keine Wirkung. Den Anlegern scheint es ebenso egal zu sein was mit persönlichen Daten passiert wie den Facebook-Nutzern und Facebook selbst. Langfristig orientierten Anlegern gibt der Datenskandal jedoch einen Einblick in die Unternehmenskultur des Konzerns. Die Einstellung des Tech-Giganten zu ihrem wichtigsten Asset ist dabei bemerkenswert blauäugig und stellt ein ernstzunehmendes Risiko dar. Die Aktie sollte das jedoch kurz- oder mittelfristig nicht beeinflussen, denn die Bilanz ist bullenstark, das Werbegeschäft brummt und die US-Regierung hat dringlichere Probleme als die Datensicherheit ihrer Bürger.

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