10.02.2011 Michael Herrmann

E.on und RWE: Gefahr durch neue Auflagen?

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RWE
Trendthema

Den deutschen Stromkonzernen drohen in Nordrhein-Westfalen härtere Umweltschutzauflagen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf soll bereits ausgearbeitet sein. Wie ernst ist die Lage für E.on und RWE?

Den Energiekonzernen E.on und RWE könnten in Nordrhein-Westfalen härteren Klimaschutzauflagen bevorstehen. Wie das Handelsblatt berichtet, hat das zuständige Landesumweltministerium einen Entwurf für ein Landesgesetz vorgelegt, das dem Klimaschutz Vorrang gegenüber der Industriepolitik einräume. Es würde in die Raumordnung und Landesplanung eingreifen und einzelnen Branchen konkrete Vorgaben machen. Der Bau neuer Kohlekraftwerke wäre danach zum Beispiel kaum noch rentabel.

Drastische Reduzierung

"Um die Klimaschutzziele zu erreichen, werden der Steigerung des Ressourcenschutzes, der Ressourcen- und der Energieeffizienz, der Energieeinsparung und dem Ausbau Erneuerbarer Energien Vorrang eingeräumt", wird der Gesetzesentwurf zitiert. Nordrhein-Westfalen soll sich zudem Umweltziele setzen, die über die Vorgaben des Bundes und der EU hinaus gehen. So sollen sich die Treibhausgasemissionen verglichen mit 1990 bis 2020 um mindestens 25 Prozent verringern. Bis zum Jahr 2050 sollen sie sogar um 80 bis 95 Prozent reduziert werden.

Beide Versorger betroffen

Von den Plänen des Landesministeriums wären sowohl E.on als auch RWE betroffen. RWE baut in Nordrhein-Westfalen Braunkohle ab und will auch in Zukunft neue Kohlekraftwerke bauen. E.on kämpft um die Genehmigung des Steinkohlekraftwerks im westfälischen Datteln. Der Energieversorger versucht derzeit die Probleme zu beheben. Das geplante Gesetz könnte das Vorhaben weiter erschweren.

Noch kein Gesetz

Bei den betroffenen Unternehmen dürften die Pläne des Landesumweltministeriums auf wenig Gegenliebe stoßen. Man sollte allerdings beachten, dass es sich lediglich um den Plan eines Ministerium beziehungsweise Regierungspartners handelt, denn das Landesumweltministerium wird vom grünen Minister Johannes Remmel geleitet. Die Stromkonzerne dürften vor allem darauf hoffen, dass sich die SPD nicht so deutlich gegen die Kohleförderung stellen wird.

Unverändert attraktiv

Anleger reagierten relativ unbeeindruckt auf die Pläne aus Nordrhein-Westfalen. Würden die Pläne realisiert werden, wäre dies zwar negativ für E.on und RWE, bisher handelt es sich allerdings nur um einen Gesetzesentwurf. Insgesamt bleiben die Versorger attraktiv bewertet. Die bisherige Einschätzung des AKTIONÄR für die Aktien der beiden größten deutschen Energieversorger bleibt daher unverändert.