12.05.2020 Maximilian Völkl

E.on rutscht in rote Zahlen - keine Panik!

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E.on

Der Energieversorger E.on hat im Tagesgeschäft im ersten Quartal von der Übernahme des Konkurrenten Innogy profitiert. Die höheren Kosten für die Integration zusammen mit weiteren negativen Effekten drückten den Essener Konzern jedoch unter dem Strich in die Verlustzone.

Die Corona-Pandemie hatte in den ersten drei Monaten nur einen begrenzten Einfluss. E.on sieht dabei die Energiewirtschaft in einer vergleichsweise guten Position und bestätigte seine Jahresprognose. Für die Aktien zeichnete sich im vorbörslichen Handel ein Auftaktgewinn von rund einem Prozent ab.

So stieg das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund ein Viertel auf knapp 1,5 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Essen mitteilte. Der Umsatz wurde mit 17,7 Milliarden Euro fast verdoppelt. Allerdings sind die Zahlen kaum miteinander vergleichbar. So ist Innogy erst seit Ende September vergangenen Jahres voll bei E.on konsolidiert. Dazu wird noch der Teil der erneuerbaren Energien in diesem Jahr an die frühere Innogy-Mutter RWE übertragen. Seine eigenen Geschäfte mit den Erneuerbaren hat E.on als Teil der groß angelegten Transaktion bereits zum 1. Oktober an RWE übergeben.

Unter dem Strich fiel ein Verlust von 327 Millionen Euro an, nach einem Gewinn von 387 Millionen vor einem Jahr. Hier belasteten Kosten für die Integration von Innogy. Dazu kamen negative Effekte aus der Marktbewertung von Derivaten, mit denen das Unternehmen Preisschwankungen absichert. Bereinigt um diese und weitere Effekte steigerte E.on seinen Nettogewinn um 6 Prozent auf 691 Millionen Euro.

Den Jahresausblick bestätigte E.on. Das bereinigte Ebit soll 3,9 bis 4,1 Milliarden und der bereinigte Konzernüberschuss 1,7 bis 1,9 Milliarden Euro betragen. Dies wäre ein deutlicher Gewinnanstieg im Vergleich zum Vorjahr. Die Folgen der Corona-Pandemie für die Energiewirtschaft seien nach dem ersten Quartal jedoch noch nicht vollständig zu beurteilen.

Eon kündigte zudem zusätzliche Investitionen an. So will das Unternehmen zusätzlich 500 Millionen Euro für die klimafreundliche Modernisierung von Energieinfrastrukturen stecken.

E.on (WKN: ENAG99)

Die Zahlen kommen im schwachen Marktumfeld gut an. E.on dürfte die Corona-Krise besser meistern als viele andere Unternehmen. Für konservative Anleger bleibt die Aktie eine gute Wahl.

Mit Material von dpa-AFX