Generali zündet die nächste Wachstumsinitiative: Der italienische Versicherungsriese stößt in einen Billionenmarkt vor. Ein Geschäftsfeld, das langfristig enormes Potenzial eröffnen könnte. Ein spannendes Signal für Anleger der Dividendenperle – auch wenn der Konzern den Markt mit reichlich Verspätung betritt.
Generali will sich ein Stück vom boomenden ETF-Markt sichern. Über seine Fondstochter Generali Investments baut der Konzern eine eigene Einheit für börsengehandelte Fonds auf. Damit erfolgt der Einstieg in den billionenschweren ETF-Markt zwar vergleichsweise spät. Angesichts der Wachstumsdynamik in diesem Milliarden- beziehungsweise Billionenmarkt könnte sich der Schritt langfristig dennoch auszahlen.
Wie mehrere Branchenmedien übereinstimmend berichten, trägt die neue Einheit den Namen „ETF Solutions“ und wird seit Anfang April von Renato Zaffuto geleitet. Organisatorisch ist das Team im Verantwortungsbereich von Filippo Casagrande angesiedelt, dem Chief of Investments von Generali Investments.
Zum Start soll sich die neue ETF-Einheit vor allem auf aktive ETFs konzentrieren. Geplant sind sowohl der Ausbau der Investmentkompetenzen als auch die Einführung neuer Produkte. Dabei will Generali Investments auf das Know-how der insgesamt 13 Investmentboutiquen der Gruppe zurückgreifen.
Mit Zaffuto holt sich Generali dafür einen erfahrenen Manager an Bord. Er kommt von Fideuram, der Private-Banking- und Vermögensverwaltungstochter von Intesa Sanpaolo, und verfügt über fast 35 Jahre Erfahrung im Asset Management.
Seine Karriere begann Anfang der 1990er-Jahre als Analyst in Mailand. Es folgten Stationen bei Unicredit, Fideuram, ABN Amro Asset Management und der Banca Monte dei Paschi di Siena. Zuletzt war er bei Fideuram Asset Management unter anderem am Aufbau der ETF-Plattform beteiligt.
Für Generali ist der Schritt strategisch nachvollziehbar. Der ETF-Markt wächst seit Jahren dynamisch, vor allem aktive ETFs gewinnen in Europa zunehmend an Bedeutung. Generali kommt in diesem Segment zwar nicht als Pionier, kann aber seine starke Marke, seine breite Investmentplattform und seine bestehende Vertriebsstärke dafür nutzen.
Für das operative Geschäft des Versicherers dürften die Auswirkungen zunächst allerdings überschaubar bleiben. Nennenswerte Effekte auf Umsatz, Gewinn oder die Dividendenperspektive sind kurzfristig kaum zu erwarten. Der Aufbau einer neuen ETF-Plattform ist ein langfristiges Projekt, das Zeit, Produkte, Vertriebserfolge und Skalierung benötigt.
Generali steigt spät in den ETF-Markt ein — aber besser spät als nie. Der Vorstoß zeigt, dass der Konzern zusätzliche Wachstumsfelder erschließen will und den milliardenschweren Zukunftsmarkt nicht kampflos anderen überlässt. Die Aktie bleibt als solide Dividendenperle attraktiv. Ein Einstieg ist weiterhin gerechtfertigt.
Heute, 10:44