Die Comebacks nach Corona
29.12.2020 Michael Schröder

Top-Performer Infineon: Nur einer war noch besser

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Infineon Technologies

DAX und Co setzen ihre Jahresendrallye in der verkürzten Handelswoche fort. Trotz der schweren Coronakrise steuert der heimische Leitindex auf einen Jahresgewinn von rund fünf Prozent zu. Noch besser abgeschnitten hat die Infineon-Aktie, die seit dem 1. Januar über 55 Prozent an Wert zugelegt hat. Geschlagen geben muss sich der Chipriese nur der Aktie von Essenslieferant Delivery Hero mit einem Plus von über 80 Prozent.

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Seit dem Tief vom März bei 10,32 Euro stieg die Infineon-Aktie wie entfesselt in einer dynamischen Aufwärtsbewegung auf den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren. Gestern markierte die Aktie ein Mehrjahreshoch bei 32,03 Euro. Gut möglich, dass diese Marke bis zum Jahresabschluss am morgigen Mittwoch um 14 Uhr noch einmal nach oben geschraubt wird.

Die mittelfrisitgen Aussichten sind ebenfalls gut. Zieht die Nachfrage wie erwartet weiter an, dann dürften sich die jüngsten Investitionen von Infineon nachhaltig rentieren. Der Konzern liefert Chips für die Stromversorgung, sogenannte Hochleistungshalbleiter auf Basis von Siliziumcarbid (SiC). Diese bieten im Vergleich zu den bis dato eingesetzten Siliziumchips eine bessere elektrische Leitfähigkeit. Das sorgt für mehr Reichweite bei Elektroautos. SiC-Halbleiter werden aber auch zunehmend im Bereich der 5G-Technologie oder der Digitalisierung industrieller Prozesse (Industrie 4.0) eingesetzt.

Infineon Technologies (WKN: 623100)

Von ihrem Allzeithoch bei 83,45 Euro aus dem Jahr 2000 ist die Aktie des Chipherstellers aber noch meilenweit entfernt. Ob der Kurs noch einmal in diese Regionen vorstoßen kann, ist fraglich.

Bleibt die generelle Branchen- und Marktstimmung im kommenden Jahr weiter gut, sollte die Aktie auch 2021 neue Bestmarken ansteuern – trotz der mittlerweile recht ambitionierten Bewertung. Anleger sollten dabei aber auch die üblichen und gesunden Konsolidierungsphasen einplanen. Das Ziel auf Sicht von zwölf Monaten lautet weiter 36 Euro.