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05.09.2021 Martin Mrowka

DAX-Ausblick: Zwischen Index-Reform und EZB-Sitzung

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DAX

Nach dem enttäuschenden Arbeitsmarktbericht aus den USA ist es mit der sommerlichen Lethargie am deutschen Aktienmarkt zunächst vorbei. In der neuen Woche könnte die EZB-Sitzung für Bewegung der Aktienkurse sorgen. Einige Experten rechnen mit Aussagen über ein nahendes Ende der Corona-Hilfen. Unternehmensseitig ist bis auf die Index-Reform recht wenig los. Der Wochenausblick.

Der DAX rutschte am Freitag zeitweise unter 15.700 Zähler, schloss dann bei 15.781 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein moderater Verlust von rund einem halben Prozent.

In der neuen Woche kommen nach der Ferienzeit viele größere Investoren wieder an die Märkte zurück. Das Handelsvolumen dürfte also wieder zunehmen. Bis dahin aber sollte der Leitindex DAX, der zuletzt Mitte August auf ein Rekordhoch bei 16.030 Punkten geklettert war, weitgehend in seiner engen Handelsspanne zwischen 15.650 und 16.000 Punkten gefangen bleiben, wie Andreas Büchler erwartet, charttechnischer Analyst bei Index Radar. Eine erhöhte Volatilität sollte derweil nicht überraschen.

DAX (WKN: 846900)

Gleich am Montag dürfte ein impulsarmer Börsentag bevorstehen. Denn: Ohne die Investoren aus den USA, die wegen des Feiertags 'Labor Day' den Aktienmärkten fern bleiben werden, dürften die Handelsumsätze hierzulande mau sein.

Wenig Konjunkturdaten

Seitens der Unternehmen ist es ebenfalls ruhig geworden, nachdem die Berichtssaison zum zweiten Quartal beendet ist. Konjunkturseitig stehen zum Wochenstart nur die Auftragseingangsdaten der deutschen Industrie im Juli auf der Agenda. Am Dienstag werden die Juli-Daten zur Industrieproduktion sowie die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) für September bekannt gegeben.

"Eigentlich laufen die Geschäfte der deutschen Industrie gut", konstatiert Analyst Ralph Solveen von der Commerzbank. Immerhin seien die Auftragseingänge in den vergangenen Monaten gestiegen "und lagen im Juni etwa zehn Prozent über ihrem Vorkrisenniveau, der Auftragsbestand war sogar 17 Prozent höher". Allerdings bleibe es für die Unternehmen schwer, diese Aufträge auch abzuarbeiten, da ein Mangel an Rohstoffen und Vorprodukten sie nach wie vor beeinträchtige.

"Dies spricht dafür, dass sich der seit Anfang des Jahres zu beobachtende Abwärtstrend bei der Industrieproduktion vorerst fortsetzen wird", selbst wenn die Produktion im Juli - wie von Solveen erwartet - auf Vormonatsniveau stabil bliebe. Dennoch: Die anstehenden Daten haben, auch wenn sie mit Interesse verfolgt werden dürften, kaum das Potenzial, den deutschen Leitindex aus seiner Lethargie zu reißen.

Auch das Beige Book der US-Notenbank Fed könnte Einfluss auf die Kurse nehmen. Es wird am Mittwoch ab 20 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht.

Was sagt die EZB?

Auch die EZB-Sitzung am Donnerstag dürfte interessant werden, glaubt Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners. Sie sei der Höhepunkt der Woche, denn die Europäische Zentralbank werde nicht nur ihre aktualisierten Wachstums- und Inflationsprognosen veröffentlichen. Sie müsse sich außerdem "zumindest intern mit der Zukunft des Pandemie-Notkaufprogramms PEPP befassen". Über dieses kauft die Zentralbank der Eurozone vorerst bis Ende März 2022 Staats- und Unternehmens-Anleihen sowie andere Wertpapiere im Umfang von knapp unter zwei Billionen Euro.

"In der Vergangenheit haben die Notenbanker regelmäßig sechs Monate im Voraus die Weichen gestellt. Und angesichts der deutlich angestiegenen Inflationsraten dürften die Stimmen, die eine Beendigung oder zumindest eine Reduzierung fordern, deutlich lauter werden", erwartet Altmann.

CoBank rechnet nicht mit Grundsatzentscheidung

Volkswirt Michael Schubert von der Commerzbank rechnet allerdings damit, dass eine Grundsatzentscheidung über die Anleihekäufe erneut verschoben wird. Viele Monate lang habe die kommende EZB-Sitzung als entscheidend gegolten, da das Ende der Käufe in einem halben Jahr bevorsteht. Zuletzt aber hätten sich die Signale für eine abwartende Haltung gehäuft, schrieb er.

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Vor wenigen Tagen erst hatte EZB-Chefvolkswirt Philip Lane in einem Interview gesagt, der Rat benötige "keine große Vorlaufzeit" für eine Grundsatzentscheidung. Der französische Notenbankchef Francois Villeroy betonte, dass die Entscheidung über das PEPP und was danach komme, "wahrscheinlich nichts für September" sei.

Die Aufmerksamkeit der Anleger könnte ansonsten noch möglichen Aussagen des US-Präsidenten Jo Biden über die künftige Besetzung der US-Notenbank-Spitze gelten. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg jüngst aus informierten Kreisen berichtete, erwägen Bidens Berater, Jerome Powell für eine zweite Amtszeit zu empfehlen und prüfen zudem, Lael Brainard als seine Stellvertreterin vorzuschlagen. Der US-Präsident selbst hat sich bisher dazu nicht geäußert.

Index-Änderungen im Fokus

Unternehmensseitig könnten am Montag die Aktien der zehn künftigen DAX-Neulinge einen Blick wert sein. Ihre Namen wurden Freitag-Nacht von der Deutschen Börse bekannt gegeben. Zum 20. September hat der DAX <DE0008469008> dann 40 Mitglieder. Die größten Neuzugänge sind Airbus, Zalando, Siemens Healthineers und Symrise. 

Auch weitere Platztausche in den Indizes der DAX-Familie, also im MDAX, SDAX und TecDAX, dürften so manchen Börsianer interessieren  (siehe Artikel mit allen Änderungen in DAX, MDAX und SDAX). Größere Überraschungen gab es jedoch nicht, da aufgrund der Index-Regeln die Vorhersagbarkeit bereits in den Wochen und Tagen vorher recht hoch war.

Impulse für Auto-Aktien

Am Dienstag beginnt die 69. Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) - erstmals in München. Die Automobil-Konzerne Volkswagen, Daimler, BMW und Co sowie deren Zulieferer könnten Impulse bekommen.

Am Donnerstag lädt der Spezialchemie- und Pharma-Hersteller Merck KGaA zum Kapitalmarkttag ein. Da Analysten mit Aussagen zur Unternehmensstrategie rechnen, könnte dies der Aktie Impulse geben.

Außerdem berichtet Oracle, der Konkurrent des Software-Konzerns SAP, über sein erstes Geschäftsquartal. Zwei Tage zuvor, am Dienstag, legt zudem der Arzneimittelhersteller Dermapharm detaillierte Halbjahreszahlen vor. (Mit Material von dpa-AFX)


Folgende Artikel zählten in der abgelaufenen Woche zu den am stärksten geklickten bei www.deraktionaer.de:

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