Im schwachen Marktumfeld verliert die Rheinmetall-Aktie am Mittwoch überproportional deutlich an Boden und ist mit einem Minus von rund fünf Prozent einer der schwächsten DAX-Werte. Es zeigt sich erneut, dass eine Zuspitzung der Lage im Nahen Osten für den Rüstungs-Blue-Chip kein Kurstreiber ist. Für Abgabedruck sorgt darüber hinaus eine neue Studie von Berenberg.
Analyst George McWhirter hat in einer neuen Studie das Kursziel für Rheinmetall von 1.750 auf 1.600 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf „Buy“ belassen. Mit den Zahlen zum zweiten Quartal dürfte der Rüstungskonzern zeigen, dass die zuletzt aufgetretenen Probleme bei der Lieferung von Munition und Lkws zunehmend bewältigt werden. Dass er sein Kursziel trotzdem reduziert hat, liegt an der Stornierung des F-126-Fregattenprojekts durch die Bundesregierung, was vor zwei Wochen für einen massiven Abverkauf bei der Aktie gesorgt hatte. Die Schätzungen für den Gewinn je Aktie von 2026 bis 2028 hat McWhirter deshalb etwas gesenkt.
Optimistischer zeigt sich nach wie vor Adrien Rabier von Bernstein Research. Er betonte, dass die Phase breiter Kursgewinne bei den europäischen Rüstungsaktien vorbei sei und diese sich nun zunehmend voneinander abkoppeln würden. Mit Blick auf die Q2-Zahlen setzt er vor allem auf Unternehmen mit Verbesserungspotenzial aus eigener Kraft wie Leonardo und Thales sowie auf jene mit einem überdurchschnittlichen Wachstum wie Rheinmetall. Für den DAX-Titel sieht er den fairen Wert nach wie vor bei 1.900 Euro und das Votum bei „Outperform“.
Rheinmetall korrigiert nach der jüngsten Erholungsrally und zeigt einmal mehr, dass eine Eskalation im Iran-Krieg eher kontraproduktiv ist. Es bleibt aber dabei: Der Abverkauf nach dem F-126-Aus war unverhältnismäßig stark und die Aktie hat Erholungspotenzial. Anleger können wieder gestaffelt einsteigen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Rheinmetall.
Heute, 16:13