Die aus Sicht von US-Präsident Donald Trump beendete Waffenruhe im Iran-Krieg hat den DAX zur Wochenmitte stark belastet. Nachdem die Rekordjagd bereits am Montag mit dem Test der 25.900er-Marke abgebrochen worden war, ging es wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten.
Am Ende des Handelstages stand für den heimischen Leitindex ein Minus von 2,23 Prozent auf 24.897,45 Zähler zu Buche. Der Index der mittelgroßen Werte, der MDax, sackte um 3,40 Prozent auf 31.516,35 Zähler ab.
Auslöser war, dass Trump die Waffenruhe im Iran-Krieg für beendet erklärt hatte, nachdem es zuvor zu gegenseitigen Angriffen samt einem Abschuss iranischer Raketen auf den Golfstaat Bahrein gekommen war. Die Ölpreise zogen kräftig an, womit die Sorgen vor Inflation, Konjunkturschwäche und Zinserhöhungen der Notenbanken wieder präsent sind.
„Höhere Risikoprämien und größere Sorgen bezüglich der Effekte des Ölpreises auf die Inflationsentwicklung und die globale Wirtschaftsaktivität belasten die Stimmung der Investoren“, sagt Tobias Basse von der NORD/LB. „Nachdem die Optimisten am globalen Aktienmarkt eindeutig das Ruder übernommen hatten, spüren die Pessimisten nun klaren Aufwind.“
Die steigenden Ölpreise weckten Inflationsängste, und die wiederum weckten Sorgen vor steigenden Zinsen. Aktien von Immobilienunternehmen hatten daher einen schweren Stand, weil hohe Zinsen deren Kredite stark verteuern. Vonovia sackten als Schlusslicht im DAX um fast sechs Prozent ab. Mehr dazu hier. Im MDAX verloren TAG Immobilien, LEG und Aroundtown zwischen knapp sechs und fast acht Prozent.
Unter den wenigen Gewinnern im DAX legten Eon-Papiere um fast ein Prozent zu. Analyst Alberto Gandolfi von der US-Bank Goldman Sachs sieht das Reformpaket der deutschen Regierung positiv für die Essener. Energienetze spielten eine zentrale Rolle, was für steigende Investitionen in diesen Bereich spreche.
Die Anteilscheine von Lufthansa litten weiter unter Gewinnmitnahmen und sanken um 6,5 Prozent. Unter anderem belastete eine Verkaufsempfehlung der US-Bank Citigroup. Die Bewertung der Aktien der Fluggesellschaft sei eine Wette darauf, dass der temporäre Rückenwind weiter blase. Dabei müssten die Anleger aber geringere Margen akzeptieren und Streikrisiken ausblenden, hieß es. Zudem weckte der Ölpreisanstieg die Furcht vor anziehenden Kerosinpreisen.
Angetrieben von einer Kaufempfehlung von Warburg Research zogen die Basler-Aktien an der Spitze des Nebenwerteindex SDax um 10,5 Prozent an. Da die anstehenden Quartalszahlen des auf Digitalkameras und weitere Produkte für maschinelles Sehen spezialisierten Unternehmens stark ausfallen sollten, biete der Kursrückgang seit den Hochs im Juni eine gute Kaufgelegenheit, schrieb Analyst Malte Schaumann. Mehr dazu hier.
(Mit Material von dpa-AFX)
Hinweis auf Interessenkonflikte: Aktien von Basler befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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