Die großen US-amerikanischen Pharma-Aktien geben derzeit ein unterschiedliches Bild ab. Während das Papier von Eli Lilly ein neues Rekordhoch markiert hat und AbbVie knapp darunter notiert, schlägt sich dahinter die Aktie von Merck & Co deutlich besser als die des Wettbewerbers Pfizer. Das schlechte Abschneiden der Anteile von Pfizer verwundert den AKTIONÄR nicht.
Das Unternehmen hat in der Corona-Pandemie mit dem Medikament Paxlovid und dem Vertrieb des Corona-Impfstoffes Comirnaty (zusammen mit BioNTech) jede Menge Geld verdient. Pfizer investierte im Anschluss massiv in Übernahmen, die bis dato jedoch oft nicht die Markterwartungen erfüllen konnten.
So erwarb Pfizer für satte 43 Milliarden Dollar Seagen im Jahr 2023, einen Spezialisten sogenannter Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs). Jüngst überschattete ein Forschungsrückschlag die Ambitionen von Pfizer. Der Seagen-Wirkstoff Sigvotatug Vedotin enttäuschte in der Phase 3 als Zweitlinientherapie gegen fortgeschrittenen, nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC).
JPMorgan-Analyst Chris Schott reagierte auf die schwachen Daten in einer Studie vom Mittwoch. Der Zielkurs wurde von 30 auf 28 Dollar gesenkt, die Einstufung lautet weiterhin nur "Neutral". Der Experte verwies auf weitere Daten, die im Jahr 2027 anstünden.
Pfizer will im kommenden Jahr unter anderem richtungsweisende Ergebnisse aus seiner Adipositas-Pipeline vorlegen. Mit der Übernahme von Metsera für rund zehn Milliarden Dollar hat sich der Pharma-Riese im aufstrebenden Markt positioniert. Ob sich die Transaktion auszahlen wird? Klar ist: Pfizer hat sich im Bieterkampf um die Firma gegen Novo Nordisk durchgesetzt.
Seit dem vergangenen Herbst driftet die Performance zwischen Merck & Co (blau) und Pfizer (schwarz) deutlich auseinander. Während die Zweifel an der M&A-Strategie von Pfizer zuletzt gewachsen sind, wächst der Optimismus bei Merck & Co, die richtigen Zukäufe getätigt zu haben, um die bevorstehende Keytruda-Patentklippe zu meistern. DER AKTIONÄR hat in den zurückliegenden Monaten immer wieder Merck & Co zum Kauf vorgestellt und von einem Engagement bei Pfizer abgeraten. Die Einschätzungen haben Bestand.
FAQs
Was macht Merck & Co eigentlich?
Der Pharma-Konzern aus den USA fokussiert sich auf die Entwicklung von verschreibungspflichtigen Medikamenten und Impfstoffen. Hauptumsatzbringer ist das Krebsmedikament Keytruda.
Ist die Abhängigkeit von Keytruda ein Problem?
Der Top-Seller verliert auf absehbare Zeit seinen Patentschutz. Merck & Co ist daher sehr aktiv in Sachen M&A, um neue Wachstumstreiber einzukaufen.
Ist Merck & Co ein Dividendenwert?
Ja, Merck ist auch für Dividendenanleger interessant. Der Konzern schüttet regelmäßig aus und gehört damit zu den typischen Qualitätswerten im Pharmabereich.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk, Pfizer, Merck & Co.
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.
Heute, 13:33