21.08.2019 Jochen Kauper

Daimler setzt bei zweitem Elektromodell auf das Van-Segment - Aktie vor Bodenbildung?

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Daimler
Trendthema

Daimler setzt mit dem zweiten Auto aus seiner Elektro-Baureihe EQ auf das Van-Segment. Der Mercedes-Benz EQV, den der Autobauer am Dienstag in Sindelfingen bei Stuttgart präsentierte, ist die Batterie-Variante der V-Klasse, eine Art Minibus mit bis zu acht Plätzen. Kann die Daimler-Aktie die Steilvorlage aufnehmen?

Der Mercedes-Benz EQV soll Anfang 2020 ausgeliefert werden, wie Daimlers Van-Chef Marcus Breitschwerdt ankündigte. Der Stromer hat eine Reichweite von 405 Kilometern, die Hochvolt-Batterie soll in weniger als einer Stunde von 10 auf 80 Prozent geladen werden können.

Eigentlich hat die Sparte mit den Transportern Vito und Sprinter schon zwei komplett elektrisch betriebene Fahrzeuge im Programm. Die beiden sind aber nicht Teil der eigens neu geschaffenen EQ-Reihe. Das erste Auto daraus, der EQC, kommt aus dem SUV-Segment. 

Mercedes-Benz EQV
www.daimler.com

Die Van-Sparte von Daimler hatte zuletzt herbe Verluste verzeichnet. Eine Initiative namens "Boost" soll nun die Wende bringen - mit Kostensenkungen und höherer Effizienz, aber auch mit dem Abbau von Stellen. Vor allem sollen Aufgaben gebündelt, hierarchische Strukturen abgebaut und freiwerdende Stellen nicht wiederbesetzt werden. "Wir werden niemanden entlassen", sagte Breitschwerdt. Aktuell arbeiten gut 26 000 Menschen in der Sparte.

"Ich gehe davon aus, dass man ein breites Portfolio an batterie-elektrischen Fahrzeugen in der Pipeline hat."

Ferdinand Dudenhöffer, CAR-Institut

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer geht davon aus, dass Daimler auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt vom 12. bis 22. September weitere Überraschungen parat haben wird. „Bei der IAA wird man Neues ankündigen. Ich gehe davon aus, dass man ein breites Portfolio an BEV (batterie-elektrischen Fahrzeugen) in der Pipeline hat neben den Plug-Ins. Plug-Ins sind eine eher konservative Absicherung, die nicht preisgünstig ist“, sagt Dudenhöffer gegenüber dem AKTIONÄR.

Daimler (WKN: 710000)

Was die Aktie betrifft, so kann diese gute News gebrauchen. Technisch ist das Papier weiterhin angeschlagen und auf der Suche nach einem tragfähigen Boden.  

Im Bereich zwischen 41,80 Euro und 39,50 Euro trifft die Daimler-Aktie auf eine starke Unterstützungszone aus den Jahren 2009 bis 2012.  Aktuell scheint eine technische Gegenbewegung bis in den Bereich 44,30 Euro möglich. Wird diese Hürde genommen, hat das Papier Luft bis zur wichtigen 200-Tage-Linie bei 50,06 Euro.


 (Mit Material von dpa-AFX). 

Hinweis:  

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Daimler.