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19.02.2020 Marion Schlegel

Covestro: Gewinnrückgang, aber weiter top Dividende

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Covestro
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Der Kunststoffkonzern Covestro rechnet im laufenden Jahr mit einem weiteren Gewinnrückgang. "Auch 2020 wird für uns herausfordernd bleiben", sagte Konzernchef Markus Steilemann am Mittwoch bei der Bilanzvorlage laut Mitteilung in Düsseldorf. Bereits 2019 hatte der DAX-Konzern unter mehr Konkurrenz, internationalen Handelsstreitigkeiten und den Problemen der Autoindustrie gelitten.

Bei einem Umsatzrückgang um rund 15 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro brach der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im vergangenen Jahr um die Hälfte auf 1,6 Milliarden Euro ein. Für 2020 stellt Steilemann ein EBITDA von 1,0 bis 1,5 Milliarden Euro in Aussicht. Die Größe der Spanne verdeutlicht die Unsicherheiten. Unter dem Strich verdiente Covestro 2019 mit 552 Millionen Euro fast 70 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Dividende soll mit 2,40 Euro dennoch stabil bleiben. Dies entspricht einer Rendite von derzeit 5,9 Prozent.

Covestro (WKN: 606214)

Im laufenden ersten Quartal soll ein EBITDA zwischen 200 und 280 Millionen Euro erreicht werden. Das wäre im besten Fall in etwa so viel wie im Schlussquartal 2019. Mit Blick auf die Coronavirus-Epidemie seien die finanziellen Auswirkungen zudem derzeit noch nicht vollständig abschätzbar. Der auch für die Dividende wichtige freie operative Mittelzufluss (Free operating Cashflow) wird den Angaben zufolge 2020 zwischen 0 und 400 Millionen Euro erwartet.

Covestro kündigte außerdem an, noch stärker auf die Kostenbremse drücken zu wollen: Zusätzlich zu dem im Oktober 2018 gestarteten Programm sollen im laufenden Jahr 2020 rund 200 Millionen Euro eingespart werden, wie der DAX-Konzern mitteilte. In diesem Rahmen würden auch alle laufenden und geplanten Investitionen überprüft. Erst im Januar hatte Covestro eine Pause bei einem 1,5 Milliarden Euro teuren Bau einer Großanlage zur Produktion des Schaumstoff-Vorproduktes MDI am US-Standort Baytown angekündigt.

Bei dem 2018 gestarteten Sparprogramm kommt Finanzchef Thomas Toepfer derweil schneller voran als geplant. Bis Ende 2019 wurden hier in Summe bereits rund 150 Millionen Euro eingespart und damit 10 Millionen mehr als geplant. Bis Ende 2020 sollen es dann in Summe 250 Millionen werden statt nur 230. Das bis Ende 2021 angepeilte Gesamtvolumen bleibt derweil bei 350 Millionen Euro.

Die Aktie von Covestro reagiert am Morgen bei Lang & Schwarz mit einem deutlichen Kursplus von 2,7 Prozent. DER AKTIONÄR rät dennoch weiterhin dazu, bei Covestro an der Seitenlinie zu verharren. Aktuell ist das Marktumfeld für den Chemieproduzenten sehr schwierig. Die Aktie arbeitet gerade erst an einer Bodenbildung. Erst der Sprung über die 200-Tage-Linie bei gut 42 Euro würden das charttechnische Bild aufhellen.

(Mit Material von dpa-AFX)