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22.03.2021 Fabian Strebin

Commerzbank: Brisante Doppelrolle im Aufsichtsrat

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Commerzbank

Bei der Commerzbank ist erneut die Stelle des Aufsichtsratschefs vakant, nachdem Hans-Jörg Vetter Mitte letzter Woche aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegte. Die Suche nach einem Nachfolger läuft auf Hochtouren. Bis die Stelle wieder besetzt ist, übernimmt dessen Stellvertreter Uwe Tschäge im Kontrollgremium interimsmäßig die Leitung. Das könnte heikel werden.

Tschäge arbeitet seit Jahrzehnten für die Commerzbank und machte dort einst eine Lehre zum Bankkaufmann. Als Gewerkschafter stieg er dann aber zum Gesamtbetriebsratsvorsitzenden auf und vertritt somit eigentlich die Interessen der Arbeitnehmer. Nun ist er allerdings für eine Übergangszeit gleichzeitig Vorsitzender des Aufsichtsrats und zwar ausgerechnet jetzt, wo die Commerzbank 10.000 Stellen abbauen will.

Zwischen den Fronten

Formal überwacht der Aufsichtsrat und somit auch Tschäge den Vorstand der Commerzbank. Tschäge ist also Vorgesetzter von CEO Manfred Knof. Gleichzeitig muss er als Betriebsratschef den Abbau der 10.000 Jobs für die Gewerkschaft mit dem Management verhandeln. Sicher keine leichte Aufgabe.

Es wird eng

CEO Knof wollte bis zur Hauptversammlung am 5. Mai eine Vereinbarung mit den Arbeitnehmervertretern zum Stellenabbau präsentieren. Doch nun droht die Zeit davonzulaufen. Knof und Tschäge sollen sich schätzen, berichtet das Handelsblatt mit Hinweis auf Insider. Auch Tschäge soll eine schnelle Lösung anstreben, um Klarheit für die Arbeitnehmer zu haben. Allerdings will er betriebsbedingte Kündigungen möglichst vermeiden.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Die Volatilität bei der Commerzbank-Aktie bleibt weiter hoch. Am Freitag gab der Titel bedingt durch die Entwicklung der Branche wieder nach. Die nächste Unterstützung verläuft nun auf Höhe der 100-Tage-Linie bei 5,27 Euro. Dagegen würde sich ein Kaufsignal erst wieder bei Überschreiten der 50-Tage-Linie bei 5,50 Euro ergeben. Investierte Anleger bleiben dabei.

Hinweis auf Interessenkonflikte:


Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Commerzbank.


Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß § 85 WpHG: Aktien von Commerzbank befinden sich im Aktionär-Depot von DER AKTIONÄR.

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