Jetzt auf die neuen Favoriten setzen!
18.03.2021 Fabian Strebin

Commerzbank: Jetzt könnte es schnell gehen

-%
Commerzbank

Überraschend ist am Mittwoch der Aufsichtsratsvorsitzende der Commerzbank, Hans-Jörg Vetter, zurückgetreten. Gesundheitliche Gründe sollen den 68-Jährigen, der erst seit letztem August im Amt war, zu diesem Schritt bewogen haben. Interimsmäßig führt nun sein Stellvertreter Uwe Tschäge das Kontrollgremium. Doch der hat keine Ambitionen auf den Posten, zumal er auch noch der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Commerzbank ist. Dagegen werden schon andere Namen in der Bank gehandelt.

Die Commerzbank braucht jemanden mit Format und eine Persönlichkeit, die im deutschen Bankenmarkt erfahren ist, und die Feinheiten und Stolpersteine kennt. Wichtig ist als auch die Fachkenntnis. Zwar sitzt Andreas Schmitz erst seit Jahreswechsel im Aufsichtsrat der Commerzbank. In der Finanzbranche in Deutschland hat er aber einiges an Erfahrung gesammelt. Schmitz war von 2006 bis 2015 Vorstandssprecher bei der HSBC Trinkhaus & Burkhardt in Düsseldorf und danach bis vergangenes Jahr deren Aufsichtsratschef. Zudem hatte er von 2009 bis 2013 das Amt des Präsidenten des Privatbankenverbandes BdB inne.

Chance für Knof

Laut Handelsblatt-Informationen gilt der 61-Jährige als Anwärter auf Vetters Nachfolge. Bereits bei der nächsten Aufsichtsratssitzung am 5. Mai könnte es soweit sein. Ob Schmitz das Format von Vetter hätte, müsste sich zeigen. Vetter soll sich in den vergangenen Monaten ohnehin auf seine Rolle als Chef des Kontrollgremiums zurückgezogen haben, nachdem 2020 der Kostensenkungsplan für die Commerzbank ausgetüftelt wurde. Der neue starke Mann bei der Commerzbank könnte also zukünftig CEO Manfred Knof werden.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Es muss mal wieder schnell gehen bei der Commerzbank. Auch was die Verhandlungen mit den Gewerkschaften über den Jobabbau angeht, wäre es gut, einen Vermittler im Aufsichtsrat zu haben. Charttechnisch ist der Aufwärtstrend zwar noch intakt, allerdings verläuft er erst knapp unter 5,00 Euro. Anleger sollten daher vorerst abwarten, bis sich das Chartbild wieder aufhellt. Investierte bleiben an Bord.

Hinweis auf Interessenkonflikte:


Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Commerzbank.


Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß § 85 WpHG: Aktien von Commerzbank befinden sich im Aktionär-Depot von DER AKTIONÄR.

Buchtipp: Die Geschichten des Geldes

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart. Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts. Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.

Autoren: Vaupel, Michael Kaul, Vivek
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 15.04.2016
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-327-0