Bitcoin‑Schmerzgrenze: Ab hier wird es für Saylor ungemütlich

Bitcoin‑Schmerzgrenze: Ab hier wird es für Saylor ungemütlich
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Philipp Schleu Heute, 14:30 Philipp Schleu

Bitcoin schwächelt, die Bilanz von Strategy leidet. Doch für CEO Phong Le ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. In einer Telefonkonferenz mit Investoren gab sich der Firmenchef betont gelassen. Erst bei einem massiven Kurssturz auf 8.000 Dollar würde das Geschäftsmodell des Software-Unternehmens ernsthaft wackeln.

Die Zahlen der aktuellen Bilanz klingen zunächst dramatisch. Strategy meldete für das vierte Quartal einen Nettoverlust von 12,6 Milliarden Dollar. Der Grund: Die Kryptowährung wird nach ihrem aktuellen Marktwert bilanziert. Da der Bitcoin-Kurs unter die durchschnittlichen Anschaffungskosten fiel, musste der Konzern enorme unrealisierte Verluste ausweisen.

Trotz dieser Abschreibungen sieht Phong Le keine Gefahr für die Zahlungsfähigkeit. Er rechnete vor, dass Bitcoin um 90 Prozent einbrechen müsste, um die Bedienung der Wandelanleihen zu gefährden. Erst wenn der Kurs über fünf bis sechs Jahre auf einem Niveau von 8.000 Dollar verharrt, würden die Bitcoin-Reserven lediglich noch die Nettoverschuldung decken. In diesem Extremszenario müsste das Unternehmen über Umstrukturierungen oder die Ausgabe neuer Aktien nachdenken.

Strategy (WKN: 722713)

Aktie unter Druck, Management bleibt ruhig

An der Börse sorgten die Nachrichten dennoch für Verkäufe. Die Aktie von Strategy verlor am Donnerstag rund 17 Prozent und notierte bei 106,9 Dollar. Damit hat das Papier innerhalb von sechs Monaten rund 72 Prozent an Wert verloren. Während die Anleger nervös reagieren, verweist Gründer Michael Saylor auf die langfristige Perspektive.

Auch technologische Risiken schätzt Saylor gering ein. Die oft diskutierte Gefahr durch Quantencomputer bezeichnete er als "Parade von Furcht und Zweifeln". Bis diese Technologie eine reale Bedrohung für die Verschlüsselung von Bitcoin darstelle, vergingen laut Expertenkonsens noch mindestens zehn Jahre. Dennoch kündigte das Unternehmen ein eigenes Bitcoin-Sicherheitsprogramm an, um globale Upgrades des Netzwerks zu koordinieren.

Warten auf regulatorischen Rückenwind

Die aktuelle Schwäche am Kryptomarkt, bei der Bitcoin zuletzt um 9 Prozent auf 64.833 Dollar fiel, wertet die Führung von MicroStrategy als vorübergehend. Saylor riet Anlegern, sich auf die Fundamentaldaten zu konzentrieren. Insbesondere die positiven regulatorischen Veränderungen in den USA wertet er als langfristigen Kurstreiber.

Strategy bleibt eine hochriskante Hebelwette auf den Bitcoin. DER AKTIONÄR rät daher, für Bitcoin-Exposure direkt in Bitcoin zu investieren.

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