BASF hat sich nach den Problemen im Zuge des anhaltenden Niedrigwassers 2018 gut auf ähnliche Phasen vorbereitet. Doch die historische Trockenheit könnte dennoch zum Problem werden. Mittlerweile fahren auf dem Rhein bei Köln nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein kaum noch Schiffe.
"Die Schifffahrt wird sich von selbst einstellen", sagte der Außenbezirksleiter Markus Neumann der dpa. Schiffe dürften zwar immer noch fahren. Es lohne sich aber so gut wie für gar keinen mehr, noch zu fahren. Es sei extrem auffällig, wie lang die Pausen zwischen den Schiffen auf dem sonst vielbefahrenen Strom am Donnerstagmorgen gewesen seien, sagte Neumann. Ein dpa-Reporter berichtete, dass es kaum noch Schiffsverkehr gebe. Laut Neumann ist an den Eichmarken der Schiffe außen zu erkennen, dass fast alle der wenigen noch fahrenden Schiffe bei Köln leer seien.
Aktuell werde jeden Tag ein neuer historischer Tiefpunkt des Wasserstandes am Pegel Köln gemessen. Am Donnerstagmittag ist ein Pegelstand von 49 Zentimeter gemessen worden. Nach der weiteren Abschätzung des Amtes könnte der Pegelstand in Köln an diesem Sonntag 47 Zentimeter erreichen.
Das wären 22 Zentimeter weniger als der alte historische Tiefststand vom 23. Oktober 2018 vor der starken Trockenheit in diesem Sommer. "Der Tiefstpunkt ist nicht nur ein bisschen unterboten, sondern es hat einen ganz richtigen Sprung nach unten gemacht", betont der Außenbezirksleiter den Unterschied. Aktuell sind es schon 20 Zentimeter weniger als die 69 Zentimeter von damals.
Die Fahrrinne ist zwar wesentlich tiefer als der Pegelstand am Ufer. In Köln etwa seien es 1,11 Meter mehr. Das wären bei einem Pegelstand von 47 Zentimeter insgesamt 1,58 Meter in der Fahrrinne. Neumann verweist aber darauf, dass die Schiffe mindestens 20 Zentimeter Wasser unter dem Kiel haben sollten, damit sie durch Wasserbewegungen anderer Schiffe nicht aufsetzen. "1,38 Meter - das haben die meisten Schiffe schon, wenn sie leer sind", schildert Neumann.
Seit dem Niedrigwasserjahr 2018 sind nach Angaben des BDB mehr niedrigwasseroptimierte Schiffe unterwegs. Sie haben weniger Tiefgang und können deshalb auch bei niedrigeren Wasserständen fahren.
So hat beispielsweise der Chemiekonzern BASF das Spezialschiff "Stolt" mit 135 Metern Länge und 17,5 Metern Breite angeschafft. Bei mittlerem Niedrigwasser liegt die Transportkapazität nach Angaben des DAX-Konzerns mit rund 2.500 Tonnen doppelt so hoch wie die konventioneller Binnenschiffe.
Das Niedrigwasser wird für immer mehr Unternehmen, die wie BASF von einer reibungslos funktionierenden Schifffahrt abhängig sind, zum Problem. Womöglich muss der Chemieriese ähnlich wie beim anhaltenden Niedrigwasser 2018 die Gewinnprognose verringern. Die Dividendenperle bleibt zwar für langfristig orientierte Anleger ein attraktives Investment, vorerst drängt sich aber kein Kauf auf. Wer bereits investiert ist, beachtet den Stoppkurs bei 39,00 Euro.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
Enthält Material von dpa-AFX
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