04.09.2019 Thorsten Küfner

BASF und Covestro: Düstere Prognosen, trotzdem steigen die Aktien

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Der Chemiebranchenverband VCI hat sich zu Wort gemeldet. Und die neuesten Prognosen der Experten für das Jahr 2019 klingen überhaupt nicht gut für die Anteilseigner von BASF und Covestro. Dennoch legen die beiden DAX-Titel im frühen Handel deutlich zu.

Handelskonflikte und die eingetrübte Weltwirtschaft belasten die deutsche Chemie- und Pharmabranche zusehends. Nach einem schwachen zweiten Quartal senkte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Mittwoch in Frankfurt erneut seine Prognose für 2019: Er rechnet nun mit einem Umsatzrückgang um 5,0 Prozent auf rund 193 Milliarden Euro. Zuletzt war er von einem Minus von 3,0 Prozent ausgegangen. Die Produktion in der drittgrößten Industriebranche hierzulande dürfte um 6 Prozent sinken und damit ebenfalls noch stärker als bisher erwartet.

"Die erwartete Erholung der deutschen Industriekonjunktur in der zweiten Jahreshälfte bleibt aus", sagte VCI-Präsident Hans Van Bylen laut Mitteilung. Die Unternehmen rechneten aktuell nicht mehr mit einer Belebung des deutschen und europäischen Chemiegeschäfts. Vom Handel mit den USA und Asien seien wegen der geopolitischen Risiken nur geringe Wachstumsimpulse zu erwarten.

Die schwache Nachfrage insbesondere aus der deutschen Industrie habe zu einem enttäuschenden Ergebnis im zweiten Quartal 2019 geführt, wie der VCI weiter berichtete. Auch aus dem wichtigsten Auslandsmarkt Europa gingen weniger Bestellungen ein. In der Folge ging die Produktion (-0,7 Prozent) im Vergleich zum Vorquartal zurück. Zum Vorjahresquartal betrug der Rückgang 8,8 Prozent. Der Quartalsumsatz stagnierte im Vergleich zum ersten Quartal bei 48 Milliarden Euro.

Covestro (WKN: 606214)

Trotz der düsteren Prognose des VCI legen die Aktien von BASF und Covestro im heutigen Handel zu. Denn letztlich dürfte der Markt eine schwache Entwicklung im zweiten Halbjahr längst eingepreist haben. Die heutige Meldung ist also keine allzu große Überraschung mehr. Daher ziehen die DAX-Titel in einem freundlichen Marktumfeld ebenfalls an.  


Bei BASF bleibt die charttechnische Ausgangslage weiter spannend. Dividendenjäger können nach wie vor dabeibleiben. Der Stopp sollte bei 54,50 Euro belassen werden.   

Mit Material von dpa-AFX

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: BASF