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27.10.2020 Thorsten Küfner

BASF: Das sollten Anleger vor den Zahlen wissen

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BASF

Der Chemieriese BASF wird morgen seine detaillierten Zahlen für das dritte Quartal vorlegen. Dem DAX-Konzern bereiten weiterhin das Coronavirus und die schwache Nachfrage der Autobranche Sorgen. Zuletzt verschärfte der Konzern deshalb noch einmal seinen Sparkurs. Bis zu 2.000 Stellen weltweit will das Unternehmen in seiner erst Anfang des Jahres entstandenen Dienstleistungseinheit "Global Business Services" bis Ende 2022 abbauen. Mit den Stellenstreichungen will BASF ab dem Jahr 2023 mehr als 200 Millionen Euro jährlich einsparen.  

Konzernchef Martin Brudermüller hatte bereits vor der Corona-Krise ein Sparprogramm aufgesetzt, um den Konzern profitabler zu machen. Im Zuge einer Neustrukturierung sollen bis Ende 2020 insgesamt 6000 Stellen wegfallen, ungefähr die Hälfte davon am Heimatstandort Ludwigshafen. Damit will das BASF-Management den operativen Gewinn (Ebitda) ab 2021 jährlich um zwei Milliarden Euro verbessern. In der Zahl von 6.000 Stellen sind die Streichungen bei "Global Business Services" aber noch nicht enthalten. Insgesamt beschäftigt BASF derzeit mehr als 117.000 Mitarbeiter weltweit. 

Eckdaten bereits bekannt

Die wichtigsten Eckdaten für das dritte Quartal hatte BASF bereits vor wenigen Wochen veröffentlicht: Demnach musste der Konzern wegen eines Nachfragerückgangs aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie und des Wettbewerbsdrucks bei Basischemikalien Wertberichtigungen in Höhe von 2,8 Milliarden Euro vornehmen. Deshalb rechnet das Unternehmen nach vorläufigen Berechnungen für den Zeitraum mit einem Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Höhe von 2,6 Milliarden Euro. 

Im dritten Quartal enttäuschten zudem unter anderem die Segmente Basischemikalien (Chemicals) sowie Materials infolge eines anhaltend hohen Margendrucks. Zur letzten Sparte gehören Vorprodukte wie etwa Isocyanate und Polyamide für die Kunststoffindustrie und die kunststoffverarbeitende Industrie. Auch die Bereiche Ernährung und Pflege, landwirtschaftliche Lösungen sowie industrielle Lösungen verzeichneten laut BASF Ergebnisrückgänge gegenüber dem Vorjahresquartal.

Den negativen Effekt herausgerechnet dürfte aber ein operativer Gewinn von 581 Millionen Euro erzielt worden sein, und damit mehr als Analysten im Durchschnitt erwartet hatten. Im dritten Quartal 2019 hatte BASF noch ein bereinigtes Ebit von etwas mehr als einer Milliarde Euro ausgewiesen. Nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter geht BASF im dritten Quartal von einem Verlust in Höhe von 2,1 Milliarden Euro aus nach einem Gewinn von 911 Millionen Euro im Vorjahr. 

Zurückhaltender Ausblick

Auf den Rest des Jahres blickt der Dax-Konzern derweil recht zuversichtlich. Das Ebit vor Sondereinflüssen dürfte sich im Schlussquartal im Vergleich zum dritten Jahresviertel verbessern. Daher traut sich BASF nun auch wieder einen Jahresausblick zu. Der Umsatz dürfte wegen der Folgen der Corona-Pandemie auf 57 bis 58 Milliarden Euro fallen nach 59,3 Milliarden im Vorjahr. Der operative Gewinn vor Sondereinflüssen dürfte sich auf 3 bis 3,3 (2019: 4,6) Milliarden Euro belaufen. Dabei sollen Sparmaßnahmen den anhaltenden Margendruck insbesondere bei Basischemikalien ausgleichen.  

Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie hinterlassen bei BASF schon seit einigen Monaten Spuren. Im zweiten Quartal brach das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie vor Sondereinflüssen im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund 77 Prozent auf 226 Millionen Euro ein. Neben der Corona-Krise war vor allem eine schwache Nachfrage der Autoindustrie Grund für die Entwicklung.

BASF (WKN: BASF11)

Auch für BASF ist die derzeitige Lage alles andere als einfach. Doch der Konzern ist weltweit sehr breit aufgestellt, hat in verschiedenen Bereichen eine gute Wettbewerbsposition inne und verfügt über eine solide Bilanz. Anleger können bei der Dividendenperle (aktuelle Rendite 6,5 Prozent) daher weiterhin an Bord bleiben. Der Stoppkurs sollte bei 44,00 Euro belassen werden. 

(Mit Material von dpa-AFX)