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08.09.2021 Markus Bußler

Analyst: „Gold ist jetzt anfällig“

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Gold

Der Goldpreis kam gestern deutlich unter Druck und hat seine Gewinne der letzten Woche wieder abgeben müssen. Das Edelmetall kämpft aktuell mit der Marke von 1.800 Dollar. In Australien präsentierten sich die Aktien der Goldproduzenten heute extrem schwach. Wie gestern bereits berichtet waren es vor allem die anziehenden Renditen der US-Staatsanleihen, die den Goldpreis unter Druck gebracht haben. Der schwache Arbeitsmarktbericht und die hohe Inflation scheinen aktuell vergessen zu sein.

„Die Goldpreise stürzten ab, als die Renditen der Staatsanleihen in die Höhe schnellten, weil man davon ausging, dass eine verzögerte Erholung es der Fed ermöglichen würde, kurzfristig eine höhere Inflation zu tolerieren“, sagte Edward Moya, leitender Marktanalyst bei OANDA. „Die Wall Street macht sich immer mehr Sorgen um die Inflation, und da die Fed wahrscheinlich im Dezember das Tapering einleiten wird, wird die Kurve steiler werden, was sich kurzfristig als negativ für Gold erweisen dürfte.“

Der US-Arbeitsmarktbericht für August zeigte, dass statt der erwarteten 720.000 Stellen nur 235.000 hinzugekommen sind. „In Verbindung mit dem Wiederaufleben von Covid ist die Chance auf ein Fed-Taper im September damit wahrscheinlich dahin, aber für November sieht es immer noch gut aus“, sagte James Knightley, internationaler Chefvolkswirt bei ING.

Der Rückgang des Goldpreises um fast 35 Dollar am Dienstag ist eine deutliche Umkehrung des Anstiegs von einem Prozent in der vergangenen Woche. Und auf diesem Niveau ist das Edelmetall „anfällig für weitere Verkäufe“, fügte Moya hinzu, wobei er darauf hinwies, dass die derzeitige Baisse nur vorübergehend sei.

„Das Edelmetall könnte in Richtung 1.755 Dollar fallen. Wenn dieses Niveau leicht durchbrochen wird, könnte ein letzter Vorstoß nach unten die Preise auf die 1.700-Dollar-Marke zusteuern“, so Moya. „Sobald der Markt den Preisdruck der nächsten Monate hinter sich gelassen hat, wird die Realität der globalen Disinflationskräfte dem Anstieg der Staatsanleihenrenditen wahrscheinlich ein abruptes Ende setzen, was bei vielen Anlegern eine Wiederaufnahme der Goldkäufe auslösen wird.“

Die Argumentation ist sicherlich stichhaltig. Doch um es etwas einfacher zu formulieren: Gold ist dort gescheitert, wo Gold keinesfalls scheitern hätte dürfen, nämlich erneut beim Ausbruchsversuch über den Bereich von 1.840 Dollar. Und damit haben die Bären – vorerst – die Schlacht um diese wichtige Marke gewonnen. Die Bullen müssen sich nun erst einmal sammeln, um einen neuen Versuch wagen zu können. Gold bleibt aber in diesem Bereich in der Tat anfällig.

Gold (WKN: CG3AB0)

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