Amazon zündet die nächste Stufe im All. Der E-Commerce-Riese übernimmt den Satellitenbetreiber Globalstar für 90 Dollar je Aktie. Durch den Deal sichert sich Amazon wertvolle Frequenzen für die direkte Kommunikation mit Smartphones und schließt eine Allianz mit Apple. Die Aktie reagiert positiv auf den Milliarden-Coup. Ein Befreiungsschlag für das Projekt Amazon Leo im Angriff gegen Elon Musks Starlink?
Amazon macht im Wettlauf um das Internet aus dem Weltraum ernst. Der Konzern und Globalstar haben eine verbindliche Fusionsvereinbarung unterzeichnet. Amazon bietet den Aktionären 90 Dollar je Anteilsschein in bar oder Aktien. Das entspricht einem reinen Transaktionswert von rund 11,5 Milliarden Dollar. Inklusive Schulden und operativer Meilenstein-Zahlungen beläuft sich das Gesamtvolumen auf bis zu 15 Milliarden Dollar. DER AKTIONÄR hatte bereits vor zwei Wochen über die bevorstehende Übernahme im Weltraum berichtet.
Die Anleger zeigen sich begeistert: Die Globalstar-Aktie springt vorbörslich um neun Prozent auf 79,50 Dollar nach oben, während Amazon gut ein Prozent zulegt. Der Abschluss der Transaktion ist für das Jahr 2027 geplant.
Allianz mit Apple: Notruf aus dem Orbit
Mit dem Zukauf sichert sich Amazon nicht nur Hardware, sondern vor allem strategisch wichtige Lizenzen für das Funk-Spektrum. Ab dem Jahr 2028 soll das System "Direct-to-Device"-Dienste (D2D) ermöglichen. Damit können herkömmliche Smartphones ohne Zusatzantenne direkt mit den Leo-Satelliten kommunizieren. Ein Paukenschlag ist die gleichzeitige Einigung mit Apple: Amazon Leo wird künftig die Satellitendienste für das iPhone und die Apple Watch steuern. Bisher war Globalstar der exklusive Partner für Apples Notruf-Funktion. Diese Kooperation wird nun unter dem Dach von Amazon fortgeführt und auf Text- sowie Datendienste ausgeweitet.
E-Commerce-Riese auf Shoppingtour
Der Zukauf reiht sich ein in eine massive Expansionswelle. Amazon kauft derzeit im großen Stil zu, um sich für die Zukunft der "Physical AI" zu wappnen. Erst kürzlich übernahm der Konzern die Schweizer Firma Rivr, deren spezialisierte Lieferroboter – beschrieben als "Hunde auf Rollschuhen" – die Zustellung auf der letzten Meile revolutionieren sollen. Auch die Übernahme von Fauna Robotics für humanoide Helfer zeigt den klaren Fokus: Amazon will die totale Automatisierung. Vom Weltraum-Internet bis zur Roboter-Zustellung an der Haustür sichert sich der Gigant die technologische Vorherrschaft in allen Bereichen.
Der Weg zum Allzeithoch bei 258,60 Dollar ist nun frei. DER AKTIONÄR rät weiterhin zum Kauf. Amazon untermauert mit dem Globalstar-Deal seine Ambition, der weltweit führende Infrastruktur-Dienstleister zu werden. Die Integration in das Apple-Ökosystem und die aggressive Roboter-Strategie machen die Aktie zum Basisinvestment für das Jahr 2026 und darüber hinaus.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Amazon-Aktien der befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Heute, 14:53