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Megatrend Folger: Das historische Warnsignal am Aktienmarkt

Megatrend Folger: Das historische Warnsignal am Aktienmarkt
Foto: Javier_Art_Photography/iStockphoto
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Stefan Sommer Heute, 07:15 Stefan Sommer

Der Aktienmarkt hat in den vergangenen Monaten eine außergewöhnliche Performance gezeigt. Angetrieben von der Euphorie rund um Künstliche Intelligenz sind die großen US-Indizes stark gestiegen. Dow Jones, S&P 500 und vor allem der technologielastige Nasdaq Composite eilten von Hoch zu Hoch. Doch mitten in dieser starken Marktphase sendet eine fundamentale Kennzahl ein Warnsignal: Das Shiller-CAPE-Ratio liegt wieder in historisch extrem hohen Regionen.

• Die Bewertung des US-Aktienmarktes ist im langfristigen Vergleich sehr anspruchsvoll.

• Historisch folgten auf derart hohe CAPE-Werte häufig schwächere Renditen über die nächsten zehn Jahre.

• Ein unmittelbarer Crash lässt sich daraus aber nicht ableiten. Qualität, Disziplin und Gelassenheit bleiben entscheidend.

Das zyklisch bereinigte Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz Shiller-CAPE, berücksichtigt die inflationsbereinigten Gewinne der vergangenen zehn Jahre. Genau deshalb gilt es als einer der bekanntesten Bewertungsmaßstäbe für den breiten US-Aktienmarkt.

Der Blick in die Geschichtsbücher

Das Shiller-CAPE-Ratio bewegt sich aktuell in einer Region, die in der Börsengeschichte nur selten erreicht wurde. Ähnlich hohe Werte gab es vor allem Ende der 1990er-Jahre, kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase.

Damals stiegen viele Aktien allein aufgrund großer Zukunftsfantasien, ohne belastbare Umsätze oder Gewinne. Als die Realität die Erwartungen nicht mehr stützen konnte, platzte die Blase.

Statistisch betrachtet waren Phasen sehr hoher CAPE-Werte häufig ein schlechtes Vorzeichen für die langfristigen Durchschnittsrenditen. Der Markt ist dann teuer, viele gute Nachrichten sind bereits eingepreist und der Spielraum für Enttäuschungen wird kleiner. Genau das beschreibt die aktuelle Lage gut: Der breite Markt ist in Teilen „priced for perfection“.

Shiller P/E Ratio
Shiller P/E Ratio

Warum die Tech-Giganten die Bewertung besser tragen können

Trotzdem wäre es falsch, die heutige Situation eins zu eins mit der Dotcom-Zeit gleichzusetzen. Der wichtigste Unterschied liegt in der Qualität der Marktführer.

Die heutigen Tech-Schwergewichte wie Nvidia, Apple, Microsoft, Alphabet oder Amazon besitzen reale Gewinne, hohe Margen, starke Bilanzen, globale Plattformen und tief verankerte Ökosysteme. Sie verkaufen nicht nur Visionen. Sie verdienen bereits heute enorme Summen mit Cloud, Software, Chips, Werbung, Geräten, Services und KI-Infrastruktur.

Zur Jahrtausendwende wurden dagegen zahlreiche Unternehmen mit kaum vorhandenen Umsätzen und ohne Gewinne massiv überbewertet. Heute ist die Marktkonzentration ebenfalls hoch, aber die führenden Konzerne sind wirtschaftlich deutlich robuster.

Hinzu kommt ein struktureller Effekt: Passive ETFs sorgen für dauerhafte Kapitalzuflüsse in die größten Indexwerte. Wer einen S&P-500-ETF kauft, kauft automatisch besonders viel Microsoft, Nvidia, Apple, Amazon und Alphabet. Auch die massive Ausweitung der Geldmenge in den vergangenen 15 Jahren hat Vermögenspreise zusätzlich unterstützt.

Gelassenheit schlägt Market Timing

Dieses historische Warnsignal ist keine Garantie für einen unmittelbaren Börsencrash. Ein hohes CAPE sagt eher etwas über die langfristige Renditeerwartung aus, aber wenig über den exakten Zeitpunkt einer Korrektur.

Genau deshalb ist Market Timing so gefährlich. Wer in den vergangenen Jahren aus Angst vor hohen Bewertungen zu früh ausgestiegen ist, hat massive Kursgewinne verpasst. Gleichzeitig wäre es naiv, die aktuelle Bewertung komplett zu ignorieren.

Die richtige Haltung liegt dazwischen: keine Panik, aber mehr Disziplin. Anleger sollten sich auf erhöhte Schwankungen einstellen, keine überzogenen Risiken eingehen und bei neuen Käufen noch stärker auf Qualität, Bewertung und Gewinnstärke achten.

Qualität bleibt der beste Schutz

Der Börsenbrief Megatrend Folger setzt in solchen Marktphasen auf Gelassenheit und Qualität. Entscheidend sind Unternehmen mit starker Marktstellung, klaren Wettbewerbsvorteilen, soliden Bilanzen und echten Gewinnen – also die absoluten Megatrend-Aktien.

Kurzfristige Rücksetzer gehören an der Börse dazu. Bei starken Megatrend-Aktien sind sie oft keine Gefahr, sondern eine Gelegenheit. Wer in Unternehmen investiert, die über Jahre hinweg strukturell wachsen, sollte sich nicht von jeder Bewertungswarnung aus dem Markt treiben lassen.

Die Botschaft ist klar: Gewinne echter Megatrends laufen lassen. Übertreibungen nicht blind hinterherlaufen. Korrekturen nutzen, um Qualitätswerte günstiger einzusammeln.

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Quelle: Boersenmedien AG

FAQs zum Shiller-CAPE und zum Aktienmarkt

Was ist das Shiller-CAPE-Ratio?

Das Shiller-CAPE ist ein zyklisch bereinigtes Kurs-Gewinn-Verhältnis. Es setzt den aktuellen Marktpreis ins Verhältnis zu den inflationsbereinigten durchschnittlichen Gewinnen der vergangenen zehn Jahre.

Warum gilt ein CAPE über 40 als Warnsignal?

Ein Wert um oder über 40 ist historisch sehr hoch. Solche Bewertungsniveaus traten nur selten auf und waren langfristig oft mit unterdurchschnittlichen Renditen verbunden.

Bedeutet ein hohes CAPE automatisch einen Crash?

Nein. Das CAPE ist kein kurzfristiges Timing-Instrument. Es zeigt eine hohe Bewertung an, sagt aber nicht zuverlässig, wann eine Korrektur kommt.

Warum ist die heutige Situation anders als 1999?

Viele heutige Marktführer sind extrem profitabel und verfügen über starke Geschäftsmodelle. Zur Dotcom-Zeit wurden dagegen zahlreiche Unternehmen ohne belastbare Gewinne massiv überbewertet.

Was sollten Anleger jetzt tun?

Panik ist fehl am Platz. Sinnvoller ist es, Qualitätswerte im Depot zu halten, Klumpenrisiken zu prüfen und Rücksetzer bei starken Unternehmen gezielt zu nutzen.

Hinweis auf Interessenkonflikte

Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia, Apple.

Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Amazon, Alphabet.

Nvidia-Aktien befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG. 

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