Das ist Ihre Erfolgsstrategie für schwache Börsen
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22.03.2022 Nikolas Kessler

Vor Krisengipfel in Brüssel: Verschnaufpause am Ölmarkt

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Nach dem Anstieg der vergangenen Tage haben die Ölpreise am Dienstag eine Pause eingelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am frühen Abend 114,72 Dollar. Das waren 90 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,91 Dollar auf 110,21 Dollar.

Im Tagesverlauf kam es jedoch zu starken Preisschwankungen am Ölmarkt. Dies zeigte sich etwa beim Brent-Preis, der sich zwischen einem Tageshoch bei 119,48 Dollar und einem Tagestief bei 112,64 Dollar bewegte. Nach wie vor bleibt der Krieg in der Ukraine das beherrschende Thema. Bis zum Morgen hatten noch Spekulationen auf weitere Sanktionen gegen Russland die Ölpreise stark nach oben getrieben. An den Märkten wird es für möglich gehalten, dass die Europäische Union (EU) einen Importstopp auf russisches Erdöl in Erwägung ziehen könnte.

Nach Einschätzung des Rohstoffexperten Carsten Fritsch von der Commerzbank sei es fraglich, ob es tatsächlich zu einem Importverbot der EU für russisches Öl kommen könnte. „Die Abhängigkeit einiger EU-Mitgliedsländer von russischem Öl ist zu hoch, um dieses kurzfristig problemlos ersetzen zu können“, sagte Fritsch.

Der Commerzbank-Experte verwies auf Daten der Internationalen Energieagentur (IEA). Demnach hätten die europäischen OECD-Länder im vierten Quartal 2021 knapp vier Millionen Barrel Rohöl pro Tag aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion eingeführt. Davon dürfte der größte Teil auf Russland entfallen sein.

US-Präsident Joe Biden und ranghohe Vertreter von EU, Nato und G7 wollen am Mittwoch in Brüssel über weitere Sanktionen gegen Russland beraten. Auch ein Importstopp von russischem Öl und Gas in der EU dürfte dabei Thema sein. Die USA hatten diese Maßnahme bereits vor zwei Wochen ergriffen.

Öl-Aktien atmen durch

Die Aktien von Ölkonzernen wie Shell, BP, Chevron, Occidental Petroleum oder Marathon Oil, die am Vortag noch zu den größten Gewinnern gezählt hatte, kommen in diesem Umfeld zunächst nicht weiter voran und notieren kaum verändert beziehungsweise moderat im Minus.

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