Wenig berauschende Aussichten für große Ölproduzenten wie etwa BP oder Chevron: Die Internationale Energieagentur (IEA) blickt zwar wegen der robusteren Weltkonjunktur nun etwas optimistischer auf die Entwicklung der globalen Ölnachfrage 2026. Dennoch wird es weiter ein Überangebot auf dem Markt geben, was die Preise nach oben begrenzen dürfte.
In ihrem am Mittwoch in Paris vorgelegten Monatsbericht hob die IEA ihre Prognose an, zugleich bleibt sie jedoch bei ihrer Warnung vor einem weiter zunehmenden Überangebot. Für das laufende Jahr erwartet die Organisation nun einen Nachfragezuwachs von 930.000 Barrel pro Tag und damit 70.000 Barrel mehr als bislang angenommen.
Für das Jahr 2026 begründet die IEA die höhere Einschätzung unter anderem mit einem steigenden Ölbedarf der petrochemischen Industrie. Insgesamt rechnen die Experten mit einer durchschnittlichen weltweiten Nachfrage von rund 105 Millionen Barrel pro Tag. Dem steht jedoch ein deutlich höheres Angebot gegenüber: Im Dezember lag die globale Förderung laut Bericht bereits bei mehr als 107 Millionen Barrel täglich.
Sollte es nicht „zu erheblichen und anhaltenden Produktionsausfällen kommen“ und die Opec+ ihre derzeitige Förderstrategie beibehalten, dürfte das weltweite Ölangebot 2026 weiter zulegen. Nach Einschätzung der IEA könnte die Produktion im Jahresdurchschnitt um zusätzliche 2,5 Millionen Barrel pro Tag steigen, wodurch der Preisdruck anhalten dürfte.
Bereits in den vergangenen Monaten hatte die Energieagentur mehrfach auf die Gefahr eines Überangebots hingewiesen. Seit Anfang 2025 verzeichne der Markt beim Rohölangebot „ein robustes Wachstum“, heißt es in dem Bericht. Als wesentlichen Faktor nennen die Experten die schrittweise Rücknahme von Förderkürzungen durch die Opec+. Zudem hätten auch Produzenten außerhalb des Bündnisses mit steigenden Fördermengen maßgeblich zur aktuellen Angebotslage beigetragen.
Es bleibt dabei: Da die Welt aktuell mehr als ausreichend mit Öl versorgt ist, bahnt sich für Ölproduzenten wie BP und Chevron keinerlei Rückenwind vom Ölmarkt an. Die beiden Aktien bleiben daher lediglich Haltepositionen. Bei BP kann der Stoppkurs bei 4,10 Euro belassen werden. Wer bei Chevron investiert ist, beachtet hier den Stopp bei 115,00 Euro.
Heute, 14:42