Volkswagen steht vor einer potenziellen Milliardeneinnahme: Die Wolfsburger prüfen den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an der Schwerdiesel-Sparte Everllence. Mehrere Finanzinvestoren stehen bereit, die Bewertung ist hoch. Der Schritt könnte Teil des größeren Spar- und Umbauprogramms im Konzern werden.
Bei Volkswagen rückt ein weiterer Portfoliobaustein in den Fokus. Der Konzern prüft strategische Optionen für seine Schwerdiesel-Sparte Everllence – aktuell steht der potenzielle Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung im Raum. Nach Bloomberg-Informationen gibt es reges Interesse von Finanzinvestoren. Zu den potenziellen Bietern zählen unter anderem die Investmentgesellschaft EQT, die gemeinsam mit dem singapurischen Staatsfonds GIC ein Gebot erwägt. Weitere Interessenten seien zudem CVC Capital, Advent, Bain Capital, KPS Capital und Clayton Dubilier & Rice. Unverbindliche Angebote sollen dem Vernehmen nach bis zum 12. Februar eingereicht werden.
Die Bewertung der Sparte liegt laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen bei rund fünf bis sechs Milliarden Euro. Ob es tatsächlich zu einer Transaktion kommt, ist offen. Volkswagen bestätigte lediglich, dass strategische Optionen geprüft werden. Für den Konzern passt der Schritt zu dem Ziel, die Profitabilität zu erhöhen und das komplexe Portfolio zu verschlanken. Technologische Umbrüche, eine schwächere Nachfrage in wichtigen Märkten sowie neue Wettbewerber wie Tesla und BYD belasten die Bilanz sowie Zukunftsvorhaben des Autobauers.
Everllence entstand im Juni 2025 aus der Umbenennung der früheren MAN Energy Solutions. Die Sparte beschäftigt rund 14.000 Mitarbeiter weltweit und ist mit einem Anteil von etwa 50 Prozent Marktführer bei großen Schiffsdieselmotoren. Produziert werden unter anderem Motoren für Schiffe und Bahnen, Turbinen für Kraftwerke sowie Lösungen rund um Dekarbonisierung, etwa im Bereich Wasserstoff oder CO2-Abscheidung. Mit dem Rebranding positionierte Volkswagen Everllence gezielt als eigenständigen Anbieter nachhaltiger Industrietechnologien, was einen möglichen Verkauf zusätzlich erleichtert.
Der Everllence-Verkauf würde Volkswagen Milliarden in die Kassen spülen und das Konzerngeflecht entwirren. Die Einnahmen könnten helfen, die teure Elektrifizierung sowie neue Modelle zu finanzieren und gleichzeitig etwas Druck vom Sparprogramm nehmen. Bisher ist allerdings noch nichts in trockenen Tüchern. Anleger bleiben an der Seitenlinie.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..
Heute, 14:35