2025 war ein durchwachsenes Jahr für Tesla: Während die Aktie infolge der Robotaxi-Fantasie beinahe auf Rekordhoch notierte, enttäuschten das Kerngeschäft mit einem Auslieferungsrückgang und verfehlte die Erwartungen. Jüngste Zahlen aus dem weltgrößten Automarkt China verdeutlichen den Ernst der Lage – doch liefern auch einen kleinen Lichtblick.
Im Zentrum der Entwicklung steht Teslas größte Gigafactory in Shanghai. Die Fabrik ist der wichtigste Produktionsstandort außerhalb der USA und zugleich Drehscheibe für den chinesischen Markt. Umso schwerer wiegt der Rückgang der dort ausgelieferten Fahrzeuge im Jahr 2025. Nach vorläufigen Daten der China Passenger Car Association verließen im vergangenen Jahr 851.732 Fahrzeuge das Werk. Das entspricht einem Minus von rund sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zudem war die Fabrik mit einer jährlichen Kapazität von rund 950.000 E-Autos erneut nicht vollständig ausgeslastet.
Damit setzt sich eine negative Tendenz fort. Nach dem Produktionshöhepunkt im Jahr 2023 ging der Output in China zwei Jahre in Folge zurück. Besonders auffällig ist die schwache Monatsbilanz. Lediglich vier Monate im gesamten Jahr verzeichneten ein Wachstum gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat. In den übrigen Monaten blieb die Produktion hinter den Erwartungen zurück. Ob die Fahrzeuge für den heimischen Markt oder für den Export bestimmt waren, lässt sich aus den Daten genau nicht ablesen. Der Großteil der in Shanghai produzierten Fahrzeuge wird jedoch innerhalb Chinas verkauft.
Starker Dezember
Einen kleinen Lichtblick gab es immerhin zum Jahresende. Im Dezember verzeichnete Tesla insgesamt 97.171 Auslieferungen aus Shanghai. Das war nicht nur ein Plus von 3,63 Prozent im Jahresvergleich, sondern zugleich der zweithöchste Wert in der Geschichte der Gigafactory. Gegenüber dem November legte das Volumen prozentual sogar zweistellig zu. Beobachter führen den Anstieg aber unter anderem auf vorgezogene Käufe zurück. Verbraucher könnten sich so noch günstigere steuerliche Rahmenbedingungen gesichert haben.
An der strukturellen Herausforderung ändert das daher wenig. Der Wettbewerb auf dem chinesischen Markt verschärft sich weiter. Neue, technologieorientierte Modelle lokaler Hersteller setzen Tesla zunehmend unter Druck, während staatliche Förderprogramme schrittweise zurückgefahren werden.
Tesla kämpft in China, aber auch weltweit mit rückläufigen Absatzzahlen. Umso wichtiger ist daher ein Durchbruch bei Robotaxis und humanoiden Robotern. DER AKTIONÄR sieht hier ausreichend Fantasie, um eine spekulative Position einzugehen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.
05.01.2026, 15:05