Für Rivian-Anleger war 2026 bisher ein Jahr zum Vergessen: Knapp 30 Prozent hat die Aktie seit Jahreswechsel eingebremst und die im November eingeleitete Kursrally fast vollständig zunichte gemacht. Doch am Freitag macht neben den Zahlen ein neues Modell Hoffnung. Das Papier springt um vorbörslich über 20 Prozent. Ist die Rally damit beendet?
Am Donnerstagabend hat Rivian für das Schlussquartal einen bereinigten Verlust von 0,54 Dollar je Aktie gemeldet. Hier hatten die Analysten mit 0,69 Dollar jedoch mehr erwartet. Der Umsatz lag bei 1,29 Milliarden Dollar und dagegen leicht über den Erwartungen.
Erstmals erzielte das Unternehmen auf Jahressicht zudem einen positiven Bruttogewinn von 144 Millionen Dollar. Allein im vierten Quartal lag er bei 120 Millionen Dollar. Treiber war vor allem das Joint Venture mit Volkswagen im Bereich Software und Dienstleistungen, das die operativen Verluste im Autogeschäft von 432 Millionen Dollar überkompensierte.
Nettoverluste schrumpfen
Die Nettoverluste reduzierten sich nach 4,75 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 3,6 Milliarden Dollar. Im vierten Quartal fiel ein Minus von 804 Millionen Dollar an. Belastet hat der Rückgang bei regulatorischen Emissionszertifikaten. Hier hatten politische Änderungen in den USA die Nachfrage einbrechen lassen.
Ausblick über Erwwartungen
Für 2026 stellt Rivian Auslieferungen von 62.000 bis 67.000 Fahrzeugen in Aussicht. Analysten erwarten rund 63.400 Einheiten. Gleichzeitig prognostiziert das Management einen bereinigten Vorsteuerverlust von 1,8 bis 2,1 Milliarden Dollar. Der Mittelwert liegt leicht über den Marktschätzungen von rund 1,8 Milliarden Dollar. Die Investitionen sollen 1,95 bis 2,05 Milliarden Dollar erreichen.
R2 als Hoffnungsträger
2026 steht vor allem der R2 im Fokus. Das rund 45.000 Dollar teure, kompaktere SUV soll im zweiten Quartal starten. Die ersten Validierungsfahrzeuge liefen Mitte Januar im Werk in Illinois vom Band. Laut Konzern soll der R2 die Materialkosten halbieren und die Produktionskomplexität senken. Bis Ende 2027 soll das Modell den Großteil des Absatzes stellen.
2025 war ein Übergangsjahr für Rivian. Die Zahlen sind grundsätzlich positiv ausgefallen, wenngleich der Gewinn hinter den Erwartungen zurückblieb. Entscheidend für den weiteren Erfolg ist aber der R2, der als günstigere Alternative zum R1 für Volumen und damit Skaleneffekte sorgen soll. Nicht umsonst bezeichnete CEO RJ Scaringe 2026 als Wendepunkt. Vor einem Einstieg warten Anleger jedoch ab, wie nachhaltig die Erholung ist.
Heute, 14:40