Im ohnehin schwachen Marktumfeld verliert die Aktie von Rivian mit rund zehn Prozent Minus besonders deutlich. Die VW-Beteiligung hatte nach einem starken zweiten Halbjahr 2025 zuletzt bereits Schwung verloren. Am Mittwoch sorgt eine Abstufung durch die UBS nun noch einmal für weiteren Verkaufsdruck.
Analyst Joseph Spak sieht die Bewertung des E-Auto-Herstellers nach dem starken Lauf im vergangenen Jahr als zu hoch an. Er hob das Kursziel zwar leicht von 13 auf 15 Dollar an, sieht damit aber immer noch deutliches Abwärtspotenzial und stufte die Aktie entsprechend von „Sell“ auf „Neutral“ ab. Das Chance-Risiko-Verhältnis sei nicht mehr attraktiv.
Rivian habe in der Vergangenheit meist mehr auf Sentiment-Veränderungen reagiert als auf Fundamentaldaten. Seit dem Autonomy and AI Day im Dezember wurde am Markt vor allem das KI-Potenzial des Unternehmens gehandelt. Doch mittlerweile seien laut Spak „die meisten KI-bezogenen Nachrichten bereits bekannt“.
Zudem seien die Erwartungen an die Markteinführung des Rivian R2, die im ersten Halbjahr anstehen dürfte, zu hoch. Spak sieht für 2026 und 2027 16 respektive 19 Prozent weniger Umsatz als der Konsens. Die ersten Kunden dürften Early Adopter oder aktuelle Rivian-Besitzer sein und könnten auf den neueren, leistungsstärkeren R2 warten, der erst zwei Quartale später verfügbar sein werde. Zudem werde das Umfeld für E-Autos in den USA wegen wegfallender Steuervergünstigungen und weniger Regulierung schwieriger. Der R2 müsse deshalb auch mit Verbrennern und Hybridfahrzeugen konkurrieren. Darüber hinaus sieht Spak kurzfristig auch nur begrenzte Katalysatoren für autonome Fahrzeuge.
Schwache Tage am Gesamtmarkt machen sich bei spekulativen Werten wie Rivian besonders bemerkbar. Die Abstufung spiegelt sich entsprechend deutlich in Kursverlusten wider. Dennoch: Für risikobereite Anleger bleibt die VW-Beteiligung Rivian spannend. Entscheidend wird dabei, wie der Roll-out des neuen Modells R2 verläuft. Stopp: 11,50 Euro.
14.01.2026, 20:51