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Oracle: KI‑Kahlschlag – Tausende Jobs vor dem Aus

Oracle: KI‑Kahlschlag – Tausende Jobs vor dem Aus
Foto: ChatGPT
Oracle Corp. -%
Michael Herrmann Heute, 20:11 Michael Herrmann

Oracle plant offenbar einen umfangreichen Stellenabbau. Der Software- und Cloudkonzern will laut Insidern tausende Jobs streichen, um die finanziellen Belastungen durch den massiven Ausbau seiner KI-Infrastruktur abzufedern.

Die Kürzungen sollen mehrere Unternehmensbereiche betreffen und könnten bereits in diesem Monat beginnen. Ein Teil der Stellen soll zudem in Bereichen wegfallen, die durch den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz künftig weniger benötigt werden.

Unter der Führung von Chairman Larry Ellison treibt Oracle derzeit einen historischen Ausbau seiner Rechenzentren voran. Die Anlagen sollen die steigende Nachfrage nach KI-Rechenleistung bedienen – unter anderem von Kunden wie OpenAI.

Der Konzern, der lange vor allem für Datenbanksoftware bekannt war, versucht sich damit zunehmend als Cloud- und KI-Anbieter zu positionieren. Ziel ist es, stärker mit Branchenführern wie Amazon Web Services und Microsoft zu konkurrieren.

Die Offensive ist jedoch extrem kapitalintensiv. Analysten erwarten, dass die hohen Investitionen der Cloud-Sparte den freien Cashflow von Oracle in den kommenden Jahren sogar ins Minus drücken könnten – bevor sich die Ausgaben möglicherweise erst gegen Ende des Jahrzehnts auszahlen.

Um den Ausbau zu finanzieren, kündigte Oracle im vergangenen Monat an, in diesem Jahr bis zu 50 Milliarden Dollar über eine Kombination aus Fremd- und Eigenkapital aufnehmen zu wollen.

Parallel zu den geplanten Entlassungen prüft Oracle derzeit viele offene Stellenanzeigen in seiner Cloud-Division. Intern wurde laut Insidern angekündigt, den Einstellungsprozess deutlich zu verlangsamen oder teilweise einzufrieren.

Der Konzern beschäftigte Ende Mai 2025 weltweit rund 162.000 Mitarbeiter. Oracle selbst wollte sich zu den Plänen nicht äußern. Die Vorbereitungen für die möglichen Stellenstreichungen laufen noch und könnten sich daher weiterhin ändern.

Der Schritt passt in ein Muster in der gesamten Techbranche. Die enormen Vorabkosten für KI-Infrastruktur zwingen viele Unternehmen zu Sparmaßnahmen.

Microsoft hatte im vergangenen Jahr etwa 15.000 Mitarbeiter entlassen, während der Zahlungsdienstleister Block zuletzt fast die Hälfte seiner Belegschaft abbauen will – auch mit Verweis auf Effizienzgewinne durch KI.

Oracle selbst hatte bereits im September seine größte Restrukturierung der Unternehmensgeschichte angekündigt. Das Programm könnte im laufenden Geschäftsjahr bis zu 1,6 Milliarden Dollar kosten, unter anderem für Abfindungen.

Die Börse reagiert zunehmend skeptisch auf die gewaltigen Investitionen. Nachdem die Oracle-Aktie 2024 noch um 61 Prozent gestiegen war und im Jahr darauf weitere 20 Prozent zulegen konnte, hat sich die Stimmung gedreht.

Seit ihrem Hoch im September 2025 hat die Aktie rund 54 Prozent verloren. Nach Bekanntwerden der aktuellen Berichte gab das Papier am Donnerstag zeitweise weitere 1,5 Prozent nach.

Oracle (WKN: 871460)

DER AKTIONÄR bleibt grundsätzlich von Oracle überzeugt. Der Konzern ist im KI-Markt strategisch gut positioniert. Kurzfristig haben jedoch die enormen Investitionen und der starke Kursrückgang das Bild eingetrübt und die Aktie ausgestoppt.

Der geplante Stellenabbau könnte helfen, die Kosten zu stabilisieren. Bis zu einer nachhaltigen Trendwende bleibt jedoch Geduld gefragt. Anleger warten vorerst auf ein klares technisches Einstiegssignal.

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